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Das Geistliche Wort | 11.01.2026 | 08:40 Uhr

DIESER BEITRAG ENTHÄLT MUSIK, DAHER FINDEN SIE HIER AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN KEIN AUDIO.

Musik 1: Desafinado

Album: Getz/Gilberto (1964), Desafinado (Track 4), Komponist: Antônio Carlos, Text: Newton Mendonça, Interpreten: Stan Getz & João Gilberto, © 1964 UMG Recordings Inc., ISWC-Code: T-071.080.063-7


Autorin: Die dunkle Jahreszeit nutze ich oft, um aufzuräumen, umzustellen, auszumisten... So wie letzte Woche, als ich mit dem festen Vorsatz für Ordnung zu sorgen vor meinen Schränken stehe. Ich will ich mich von so manchem trennen: geliebte Kleidungsstücke, übereinander gestapelte Bücher in den Regalen. Eine leichte Aufgabe, denke ich. Doch beim näheren Anschauen kommt mir viel Leben aus den Dingen entgegen. Kleider, die mich an wunderbare Feste erinnern, Bücher in denen ich eine Zeit lang gelebt habe und die Schublade des Grauens mit den Tupperdosen. Die Fülle meines bisherigen Lebens kommt mir entgegen und mit ihr die Frage: Brauche ich alles, was ich habe? Habe ich alles, was ich brauche? Wie wohne ich eigentlich – Nicht nur räumlich, auch innerlich?


Musik 2 = Musik 1


O-Ton 1, Karin Nell:

„Ja, das war ja ganz klar, dass das Thema Wohnen alle existenziellen Fragen des Lebens berührt. Alle.“


Autorin: Sagt Diplompädagogin Karin Nell.

Und weiter:


O-Ton 2, Karin Nell:

„Es gibt eigentlich nichts, was nicht mit Wohnen Bedeutung hat. Es gibt unendlich viel Menschen, die sich mit der Hardware des Wohnens beschäftigen. Aber wir brauchen auch eine Software des Wohnens. Und wir müssen genau schauen, wie wir wohnen wollen, wie wir leben wollen. Und bevor wir nicht genau wissen, wie wir leben wollen, können wir ja auch nicht gute Entscheidungen fürs Wohnen treffen.“


Autorin: Karin Nell macht deutlich, wie sehr wie ich wohne, ein Spiegel meines inneren Zuhauses ist. Die Hardware der Quadratmeter und Grundrisse ist eng verwoben mit der Software elementarer Fragen: Was brauche ich wirklich? Wo fühle ich mich zuhause? Was schenkt mir Schutz, wie und wo fühle ich mich lebendig?


Das Zusammenspiel von äußeren Mauern und innerer Heimat ist faszinierend: Orte sind nicht nur Räume, sie spiegeln auch wider, wie ich bei mir selbst bin. Ich bewohne mein Leben, wachse in meine Gewohnheiten hinein und bin von ihnen geprägt. Manchmal durchbreche ich sie bewusst und gerade darin liegt etwas Heilsames.


Wie sehr sich das äußere Zuhause verändert, wenn sich ein Mensch neu besinnt und innere Räume öffnet, davon erzählt die biblische Geschichte von Zachäus.


Zachäus ist Zöllner in Jericho. An einem der wichtigen Handelswege von Damaskus – einer der ältesten und lebendigsten Städte Syriens – der durch die Wüste bis nach Arabien führt. Zachäus hat ein Zollhaus von den verhassten Römern gepachtet und verlangt Wucherpreise von den Händlern und Reisenden, und steckt den Gewinn in die eigene Tasche. Die Menschen verachten ihn. Als Zachäus hört, dass Jesus in seine Stadt kommt, erwacht etwas in dem Mann, dass anscheinend nur darauf gewartet hat, ans Licht zu kommen.


Sprecher 1: Jesus kam nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort lebte ein Mann, der Zachäus hieß. Er war der oberste Zolleinnehmer und sehr reich. Er wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus war. Aber er konnte es nicht, denn er war klein, und die Volksmenge versperrte ihm die Sicht. Deshalb lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum um Jesus sehen zu können, denn dort musste er vorbeikommen. Als Jesus an die Stelle kam, blickte er hoch und sagte zu ihm: „Zachäus, steig schnell herab. Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“ (1)


Autorin: Jesus lädt sich bei Zachäus ein. Für Zachäus kommt das mehr als überraschend. Wahrscheinlich hat Zachäus keine Freunde oder Nachbarn, die zum Essen vorkommen. Er lädt nie jemanden ein, es würde auch keiner zusagen. Sein Ruf als Zöllner ist nicht eben der beste. Und dass er gemeinsame Sache mit den Römern macht … die Menschen halten sich eher fern von Zachäus. Jesus spürt die Sehnsucht des Mannes im Baum. Er spürt den Ruf das Verlorene zu suchen, aufzusuchen. Indem sich Jesus selbst einlädt und sagt „ich möchte dich zuhause besuchen und mit dir essen“, öffnet er Zachäus Herzenstür.


Sprecher 2: Sofort stieg Zachäus vom Baum herab. Voller Freude nahm er Jesus bei sich auf. Als die Leute das sahen, ärgerten sie sich und sagten zueinander: „Bei einem Sünder ist er eingekehrt!“ Aber Zachäus stand auf und sagte zum Herrn: „Herr die Hälfte von meinem Besitz werde ich den Armen geben. Und wem ich zu viel abgenommen habe, dem werde ich es vierfach zurückzahlen.“ Da sagte Jesus zu ihm: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren (Revidierte Lutherbibel). Denn auch du bist ein Nachkomme Abrahams! Der Menschensohn ist gekommen, um die Verlorenen zu suchen und zu retten.“ (2)


Autorin: Die enge Welt des Zachäus wird plötzlich weit. Nicht, weil seine Wohnung größer wird, sondern, weil Jesus zu ihm in seine Wohnung kommt. Weil Jesus offensichtlich so an ihm interessiert ist, dass er ihn sogar zuhause treffen will, sich Zeit nimmt für ihn.


Jesus, der Menschenfreund, lädt sich selbst ein und wird damit Teil von Zachäus Leben.
Klingt erst mal übergriffig: Selbsteinladung. Aber es geht ja nicht nur darum, zu Zachäus nach Hause zu kommen. Es geht auch darum, in Zachäus Herz etwas zu verändern. Ihn für die Menschen um sich herum offener zu machen. Und da hilft es, ihn wieder für sich selbst zu begeistern, ihn spüren zu lassen: „Ich bin besonders in den Augen eines anderen.“ Und dann auch zu erreichen, dass er das von sich selbst sagen kann. In dieser unerwarteten Gemeinschaft mit Jesus heilt etwas in Zachäus, was vorher heillos kaputt und verloren schien. Als fühle er sich in seinem zuhause, in seiner Haut wieder ganz.


Jesu Satz fällt wie ein Sonnenstrahl über die Türschwelle: „Heute ist diesem Haus – deinem Haus, Zachäus – Heil widerfahren.“ Und plötzlich macht die Bedeutung von Zachäus Namen „der Reine, der Gerechte“, wieder Sinn. Zachäus ist neu in sich beheimatet, weil er Gott einen Platz in seinem Leben einräumt. Das ändert alles, wie er lebt, dass er zurückgibt, was er aus Gier genommen hat, dass er Menschen zu sich einlädt und mit ihnen isst, sich neu bewegt im Dorf. Sein Wohnraum ist wieder hergestellt, als Ort, an dem man sich treffen kann, als innerer Raum, an dem er mit den anderen und mit sich im Reinen ist.


Musik 3: Don't go to strangers

Nils Landgren, Album: Ballads, Titel: Don’t Go to Strangers, Musik: Arthur Kent & David Mann, Text: Redd Evans, © 1999 ACT Music+Vision GmbH+Co.KG, ISWC-Code: T-070.039.521-6


Autorin: Zachäus hatte einige Themen seines Lebens aus den Augen verloren, sie sind unter den Tisch gefallen. Das kennt auch die Diplompädagogin Karin Nell aus Workshops des Kultur- und Bildungsprogramms der „Wohnschule Düsseldorf“ (3). Sie sagt:


O-Ton 3, Karin Nell:

Und dann unterhalten wir uns da über das Thema Wohnen im Quartier, weil dieses Thema brennt in untern Nägeln. Und in der Runde wurde dann auch noch mal deutlich, wie viele Themen im Laufe unseres Lebens unter den Tisch gefallen sind oder wir die unter dem Tisch gehalten haben. Und da war jetzt so die Idee, wir müssen jetzt tatsächlich mal die Tische umdrehen und mal gucken, welche Themen wir auch aus dem Auge verloren haben oder nie auf den Tisch gebracht haben.“


Autorin: Karin Nell benennt aus ihren Workshops Themen rund um das Wohnen, die Menschen umtreiben. Aus den Nachrichten höre ich schon lange von fehlenden Sozialwohnungen. Die Mietpreise steigen und die Energiekosten sind ein bedrohlicher Faktor – nicht nur in meiner Altbauwohnung. Manche meiner Nachbarn drehen die Heizung sparsam auf, ziehen lieber den zweiten Wollpullover drüber. Meine Cousine findet keine bezahlbare Wohnung in der Größe, die sie mit ihren Kindern braucht. Auch weil viele ältere Menschen in zu großen Wänden leben, die einst passten, als die Familie noch zusammenwohnte, der geliebte Partner noch da war. Den Umzug meiden sie, weil seniorinnengerechten Wohnungen fehlen. Und allein das Wort Altenheim klingt nach „weit weg vom Leben“.


In den Seminaren von Karin Nell sagen die Menschen: das sind Themen, da müssen wir als Gesellschaft mal ran und dafür braucht es Orte, an denen man offen Probleme ansprechen kann. Die von ihr gegründete Wohnschule in Düsseldorf ist so ein Ort. Denn Wohnen ist ein Menschenrecht.


Im Sozialpakt der Vereinten Nationen heißt es:

„Die Vertragsstaaten erkennen das Recht eines jeden Menschen auf einen angemessenen Lebensstandard für sich und seine Familie an, einschließlich ausreichender Ernährung, Bekleidung und Unterbringung, sowie eine stetige Verbesserung der Lebensbedingungen.“ (4)


Zu diesem Recht auf Wohnen gehört nicht nur irgendein Dach über dem Kopf, vielmehr braucht es angemessenen, sicheren und bezahlbaren Wohnraum. Räume, die Schutz bieten, Privatsphäre ermöglichen und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eröffnen. Denn wir Menschen brauchen Orte, an denen wir nicht nur unterkommen, sondern ankommen können. Unser Grundgesetz benennt kein ausdrückliches Grundrecht auf Wohnen. Vielmehr leitet sich aus der Kombination einer Garantie auf Menschenwürde in Artikel 1 und dem Sozialstaatsprinzip in Artikel 20 ein „Recht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum“ ab. In der Praxis bedeutet das, dass der Staat rechtlich nur verpflichtet ist, das Existenzminimum zu sichern. Höhere Mieten, steigende Nebenkosten oder Modernisierungskosten müssen von den Betroffenen getragen werden, solange ihr Grundbedarf formal gedeckt bleibt.


Musik 4: Blue Bossa

Dexter Gordon Quartett, Album: Biting The Apple (1986), Blue Bossa (Track 4), Komponist: Kenny Dorham, © 1986 SteepleChase Productions ApS, ISWC-Code: T-070.233.056-0


Autorin: So wichtig staatliche Regelungen sind, sie können nicht alle Fragen des Wohnens lösen. Der Staat kann Rahmen schaffen, fördern, schützen. Was das Wohnen jedoch lebendig macht, lässt sich nicht verordnen. Das ist die Sorge füreinander, die dort wächst, wo Menschen sich sehen, einander kennen und Verantwortung füreinander übernehmen, wo Nachbarschaften zusammenwachsen und sich vernetzen. Gerade für ältere Menschen wird das spürbar: Wer regelmäßig nachsieht, nachfragt, wenn das Licht lange ausbleibt oder die Wohnung still bleibt, schenkt Sicherheit und Nähe. In solchen kleinen Gesten zeigt sich, dass Gemeinschaft mehr ist als ein Dach über dem Kopf.


Gutes Wohnen braucht sorgende Gemeinschaften. Wie wichtig es ergänzend zur staatlichen Verantwortung ist, füreinander einstehen, davon berichtet auch Karin Nell in unserem Gespräch:


O-Ton 4, Karin Nell:

„Das Thema sorgende Gemeinschaft ist im Augenblick sehr im Kommen und da müssen wir auch hingucken. Und da wird es immer ganz deutlich, wie wichtig das ist, dass wir wissen, dass man ein soziales Netzwerk nirgendwo kaufen kann. Das kriegt man nicht geschenkt und wir kriegen es auch nicht vererbt. Wer ein soziales Netzwerk haben will, der muss sich da zeitlebens drum kümmern.“


Autorin: Karin Nell betont, dass unser Wohnen durch andere Menschen lebendig wird. Da spricht man gerne vom Wohnumfeld und meint nicht nur die Straße in der man lebt, sondern die Menschen und Gruppen, die Vereine mit denen man sich vernetzt. Wohnen heißt aktiv zu sein, rauszugehen, andere Frauen und Männer anzusprechen, sie einzuladen. Wohnen hat eine soziale Komponente. Die beginnt mit dem Verlassen oder Einlassen in die eigenen vier Wände, wie bei Zachäus. Mit der Neugierde auf andere. Mit einer Sehnsucht danach die eigene Welt auszuweiten.


O-Ton 5, Karin Nell:

„Und da wird deutlich, überall da, wo sich Menschen für Themen engagieren, wo sie in Beziehung sind. Da ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie Unterstützung finden, Schutz finden, Inspiration, dass sie Menschen finden, die auch mal im Klartext mit denen reden und die ihnen auch über bestimmte Schwierigkeiten des Lebens hinweghelfen.“


Autorin: Menschen, die in sorgenden Gemeinschaften leben, sind reicher, weil sie mehr haben als Besitz. Sie teilen Ideen, leben in Beziehungen, auf die sie zurückgreifen können. Sie haben es leichter, weil Lasten geteilt werden, Sorgen ebenso wie Freude. Niemand muss alles allein tragen.

Dafür steht für mich als Christin unsere Kirche. Hier bin ich mit Menschen vernetzt, erfahre Unterstützung, werde mit dem, was mich beschäftigt gesehen.


Musik 5: Peace Piece

Bill Evans, Album: Everybody Digs Bill Evans (2007), Titel: Peace Piece (Track 6), © 2007 Concord Music Group, Inc.


O Ton 6, Karin Nell:

Und dann ist uns irgendwann mal aufgefallen, dass der Tisch ja die kleinste Inszenierungsfläche des Sozialen ist. Und was, wenn ein Tisch erzählen könnte, der wüsste doch, was wir da alles an diesem Tisch gemacht haben und welche Menschen darum versammelt waren.“


Autorin: Was für ein wunderbares Bild. Wohnen beginnt am Tisch.


Der Tisch ist mehr als ein praktisches Möbelstück. An Tischen erlebe ich viel Gemeinschaft, von Biergartentischen in Freunden an Sommerabenden, über Wohnzimmertischen beim gemütlichen Kartenspiel bis hin zu den Katzentischen an denen ich als Jugendliche bei Festen mit meinen Cousinen saß. Über dieses Alltagsmöbel entwickelte ich ein Gespür dafür, was Gemeinschaft bedeutet, was es heißt aufgehoben zu sein. An ihm lachen, streiten, feiern, trauern ich und meine Familie, meine Freunde. Am Tisch kommen wir wieder zu Kräften, am Tisch erleben wir Gemeinschaft. Etliches, was im Laufe der Jahre unter den Tisch gekehrt wird. Wie befreiend, wenn wir es dann schaffen es anzusprechen, Worte finden für das bis dahin Ungesagte.


Als Christin feiere ich mit anderen an einem Tisch das Abendmahl. In dieser Tischgemeinschaft darf ich sein, wie ich bin. Hier halten mich die anderen aus, wenn ich an mir zweifele, wenn ich einsam bin, wenn ich Mut brauche. Hier hält Gott mich, lässt mich schmecken und sehen wir freundlich Gott ist. So wie Jesus sich bei Zachäus eingeladen hat und sein Leben sich verändert, so erlebe ich in geteiltem Brot und Wein, in geteilter Gemeinschaft, dass in mir immer wieder etwas heil wird. Der Abendmahlstisch ist für mich ein aufrichtiger, aufrichtender Ort der Gnade.


Sprecher 3: Tag für Tag versammelten sie sich als Gemeinschaft im Tempel. In den Häusern hielten sie die Feier des Brotbrechens. Voller Freude und in aufrichtiger Herzlichkeit aßen sie miteinander das Mahl.“ (4)


Autorin: Schon die frühen Christinnen und Christen sind eine sorgende Gemeinschaft. Sie teilen was sie haben und sie laden sich ein. In aufrichtiger Herzlichkeit essen sie und feiern sie in ihren Häusern. Das tun sie um sich zu erinnern, dass Jesus mit seinen Jüngern und Jüngerinnen gegessen hat. Das er sich eingeladen hat, wie bei Zachäus. Dass er ermutigt hat zu teilen, was lieb und teuer ist: Nahrungsmittel, Lebensgeschichte, Lachen und Verlust. Doch was ist, wenn der Tisch leer bleibt –


O-Ton 7, Karin Nell:

Weil meine alten Freunde es nicht mehr zu mir hochschaffen, wenn ich in der oberen Etage wohne und keinen Aufzug habe. Oder weil die alle so alt und gebrechlich sind oder zu ihren Kindern gezogen sind.“


Autorin: Der leere Tisch. Das ist ein großes Thema – gerade für ältere Menschen, erzählt mir Karin Nell. Ich kenn den aber auch. Ich erinnere mich, wie es war, als mein zweites Kind auszog. Einsamkeit wohnt leise. Sie klopft nicht an, sie schleicht sich rein in Wohnungen, die eigentlich Schutz geben sollen. In Herzen, die sich nach Nähe sehnen.


Vielleicht beginnt gutes Wohnen genau hier: nicht mit größeren Räumen, sondern mit offenen Türen. Mit dem Mut, einander einzuladen. „Komm doch vorbei.“ „Iss mit.“ „Setz Dich zu mir.“ Ich musste mich damals neu sortieren. Sicher habe ich auch den entstandenen Freiraum genossen. Ich habe neu in meine Freundschaften investiert, bin rausgegangen. Und ich habe Menschen zu mir eingeladen.


Ein Tisch, an dem jemand Platz nimmt, verändert einen Raum. Und oft auch die Menschen darin. Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme. Es ist Teilen. Zeit, Brot, Geschichten. Und manchmal auch Sorgen. Jesus sagt zu Zachäus: Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Nicht morgen. Nicht irgendwann. Heute. Wo Menschen einander aufnehmen, da kommt Bewegung ins Leben. Da wird Einsamkeit unterbrochen. Da wächst neue Kraft.


Musik 6 = Musik 1


Autorin: Vielleicht ist das eine Einladung an uns: den eigenen Tisch als Ort der Begegnung zu entdecken. Nicht perfekt gedeckt, nicht aufgeräumt bis ins Letzte, aber einladend. Ich glaube, niemand lebt gut allein. Wir brauchen einander, um anzukommen. In der Bibel heißt es: „Meine Wohnung soll in eurer Mitte sein.“ Gott bindet sich nicht an Mauern, sondern an Gemeinschaft. Gott wohnt dort, wo Menschen sich sehen, wo sie einander Raum geben, wo sie miteinander essen und leben.


Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Wohnung ein Ort ist, an dem Leben geteilt wird. Dass jemand an ihrem Tisch sitzt – oder Sie selbst Platz nehmen dürfen bei anderen. Und dass sie spüren: Wo Gemeinschaft wächst, da wohnt Hoffnung. Und da wird Wohnen heil. Es grüßt Sie Ihre Susanne Wolf aus Wuppertal.


Schlussmusik = Musik 1



Redaktion: Landespfarrerin Julia-Rebecca Riedel


Quellen:

(1)+(2) BasisBibel, Stuttgart 2021, 1622. (Lukasevangelium)

(2) https://wohnschule-duesseldorf.de/ (zuletzt aufgerufen: 16.12.2025, 20:47 Uhr)

(3) https://www.bpb.de/themen/recht-justiz/dossier-menschenrechte/549594/das-menschenrecht-auf-wohnen/ (zuletzt aufgerufen: 15.12.2925, 11:00)

(4) BasisBibel, Stuttgart 2021, 1687f. (Apostelgeschichte)

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