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Kirche in 1Live | 07.01.2026 | floatend Uhr
Warum Enten nicht nass werden
Ich sitze im Auto an der Ampel und muss warten, weil eine Ente die Straße überquert.
Ganz gemütlich. Null Eile. Auf der anderen Seite wartet der Teich. Ich sehe zu, wie sie ins Wasser gleitet, kurz untertaucht und trocken wieder auftaucht.
Aber wie machen Enten das eigentlich? Sie schwimmen und tauchen wie
kleine U-Boote und trotzdem perlt das Wasser an ihnen ab, wie schlechte Laune
am Freitagabend. Ich habe also recherchiert. Der Trick: Ein bisschen Öl aus
einer Drüse am Bürzel, und das Wasser hat verloren. Wasser hat bei Enten also
einfach keine Chance. Die haben eine Art Schutzfilm auf sich, bleiben trocken und
erstaunlich entspannt.
Und ich denk‘ so:
Glauben
ist im weitesten Sinn so etwas wie dieser Schutzfilm. Mein Glaube verhindert,
dass mich Kummer und Ängste völlig aufweichen. Nichts, was mich unantastbar
macht. Aber wenn’s drauf ankommt, hält es dicht. Dann fühle ich, dass ich nicht
allein bin, sondern dass jemand viel Mächtigeres mitgeht, der dafür sorgt, dass
das Schwierige leichter wird, oder sogar an mir abperlt: Stress, Zweifel, die
letzte WhatsApp-Nachricht.
Enten watscheln nicht herum und quaken: „Schaut her, ich bin wasserdicht!“ Sie sind’s einfach. Und wir müssen es auch nicht laut sagen, sondern können davon ausgehen, dass unser eigenes inneres Imprägnier-Spray wirkt.
Sprecher: Jan Primke
Redaktion: Landespfarrerin Julia-Rebecca Riedel
