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Kirche in 1Live | 21.01.2026 | floatend Uhr
Kostbare Zeit
In meiner Großfamilie liegt gerade ein Onkel im Sterben. Letzte Besuche werden gemacht, Dinge werden in Ordnung gebracht. Besitz wird verkauft, ein Testament verfasst und die letzten Angelegenheiten geregelt. Dann kommt die Nachricht: Er hat nur noch wenige Stunden. Doch aus den Stunden werden Tage, und aus den Tagen werden Wochen. Dann geht es plötzlich doch wieder bergauf. Aber die Ungewissheit bleibt: Wie lange wird er noch leben? Auf einmal scheint jeder Tag wertvoll.
Mir hat das zu denken gegeben. Manchmal lasse ich die Tage einfach so verstreichen. Manchmal verschwende ich Zeit, so als hätte ich mehr als genug davon. Doch das habe ich nicht. Auch meine Zeit hier auf der Erde ist begrenzt, und ich werde nicht ewig hier sein. Jeden Tag, den ich erlebe, gibt es nur einmal. Deshalb macht es für mich Sinn, hin und wieder über dieses Leben hinauszudenken und das nicht erst aufs Sterbebett zu verschieben. Die Bibel sagt: „Was hat der Mensch davon, wenn er im Leben alles erreicht, aber am Ende seine Seele verliert?“ (1)
Über den Tod nachzudenken kann heilsam sein. Die Endlichkeit des Lebens macht das Leben kostbar. Und ich will nicht bis zum Ende meines Lebens warten, um Dinge in Ordnung zu bringen, Menschen um Vergebung zu bitten oder Zeit mit denen zu verbringen, die mir wichtig sind. Das will ich jetzt tun, nicht erst am Ende.
Quellen:
(1) Die Bibel, Markus 8,36
Sprecher: Jan Primke
Redaktion: Landespfarrerin Julia-Rebecca Riedel
