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Sonntagskirche | 17.05.2026 | 08:55 Uhr
Jeder Stern hat seinen eigenen Glanz
Guten Morgen.
Max besucht heute eine Show im Planetarium. Gespannt sitzt er unter der hohen Kuppel. Eine Astronomin betritt den Raum: „Willkommen im Universum! Ich bin Karla, und ich zeige euch heute die Sterne." Es wird dunkel und unzählige Sterne erstrahlen an der Decke über ihnen. „Wusstet ihr, dass unsere Sonne auch ein Stern ist? Jeder Stern ist wie ein Sonnenball, aber sie sind unterschiedlich groß, haben unterschiedliche Farben, manche leuchten und leben lange, manche nur kurz.“, beginnt Karla.
Max hört aufmerksam zu, während er das Funkeln über sich betrachtet. Es fühlt sich an, als säße er unter dem unendlichen Weltall – oder eher noch, mittendrin. „Die meisten Sterne, die wir sehen, sind noch weiter entfernt als unsere Sonne.", erklärt Karla. „Der nächste Stern nach der Sonne heißt Proxima Centauri und ist über vier Lichtjahre entfernt."
„Wie weit ist das denn?", fragt Max. „Ungefähr 40 Billionen Kilometer!", antwortet Karla. „Es ist so weit weg, dass jeder Lichtstrahl von Proxima Centauri über vier Jahre braucht, um zu uns zu gelangen! Das heißt, wenn wir den Stern jetzt funkeln sehen, dann sehen wir eigentlich sein Licht von vor vier Jahren." Max versucht, sich das vorzustellen, und er hat das Gefühl, dass er davon einen Knoten im Kopf bekommt.
„Alle Sterne bestehen aus Gas und Plasma. Aber sie sind auch unterschiedlich. Es gibt blaue, weiße, gelbe und rote Sterne. Die blauen sind am heißesten und die roten am kühlsten."
Karla zeigt auf einen bläulich funkelnden Stern. „Das ist ein blauer Riese. Er ist größer und heißer als die Sonne. Diese Sterne leben nur wenige Millionen Jahre, weil sie ihre Energie so schnell verbrauchen." „Nur wenige Millionen Jahre?", ruft Max und lacht, „…na, das ist ja kurz." Karla lacht auch. „Ja, für uns ist das ein wahnsinnig langer Zeitraum", gibt Karla zu. „Aber für einen Stern ist es kurz." Sie zeigt auf einen anderen Stern. „Das hier ist ein roter Zwergstern. Er ist kleiner und kühler als der blaue Riese, und er kann Milliarden Jahre alt werden."
„Ich wusste nicht, dass Sterne so unterschiedlich sind.", sagt Max. „Stimmt", sagt Karla. „Jeder Stern hat seinen eigenen Glanz. Das wussten die Menschen schon lange bevor sie den Weltraum so erforschen konnten wie wir heute. Der Satz steht sogar schon in der Bibel. Jeder Stern trägt zur Schönheit des Himmels bei, so wie jeder Mensch zur Schönheit der Welt beiträgt."
Auf dem Heimweg schaut Max zum Himmel. Der ist heute wolkig. Kein Stern zu sehen. „Komisch zu wissen, dass sie trotzdem alle da sind.", denkt Max. Kurz bevor er ins Haus geht, schiebt sich eine Wolke ein Stück zur Seite, und ein kleiner funkelnder Stern wird sichtbar. Max lächelt, er kann gar nicht anders. Und es ist ihm, als würde das Funkeln des Sterns ihm zuflüstern: „Auch du glänzt. Sei stolz – du bist einzigartig.“
Ich wünsche Ihnen einen funkelnden Sonntag.
Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze
