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Kirche in 1Live | 25.06.2026 | floatend Uhr
Hand im Sturm
Ich sitze meinem Freund bei einem Kaffee gegenüber. Er schaut mich an und erzählt, was gerade alles bei ihm abgeht: Familie, Uni, Arbeit … Druck von allen Seiten. Ehrlich gesagt: ganz schön wild. Ich hör zu und merke: Ich kenn das. Diese Phasen, wo alles gleichzeitig kommt und ich mich frage: Halte ich das aus?
Was mich in solchen Zeiten getragen hat? Dass Menschen da waren, einfach da. Und dass sie zugehört haben. Ich wusste, da ist etwas Größeres als ich selbst. Ich wusste, meine Fehler wiegen nicht ganz so schwer, weil da jemand ist, der sie einfach so vergibt. Und dann war da so eine Hoffnung in mir: Am Ende wird alles gut.
Der, der für mich alles gut werden lässt, das ist Gott. Gott fühlt sich für mich wie eine Hand im Sturm an. Nicht so, dass der Sturm sofort weg ist. Nicht so, dass alles einfacher wird. Aber so, dass ich weiß, dann mich jemand festhält, wenn’s schwierig wird. Meinem Freund wünsche ich das auch. Dieses Gefühl zu wissen: da grade dann jemand ist, wenn alles ganz schön wild ist.
Sprecher: Jan Primke
Redaktion: Landespfarrerin Julia-Rebecca Riedel
