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Kirche in WDR 2 | 17.09.2026 | 05:55 Uhr
Ist Gott lieb?
Wer hat eigentlich gesagt, dass Gott, der Liebe ist?
Also: der liebe Gott.
Das klingt ja fast schon so wie ein Eigenname.
Wenn man von dem christlichen Gott spricht, ist die Rede zumeist vom « lieben Gott ».
Ist Gott lieb?
Welcher Gott?
Also das ist eine evangelische Morgenandacht hier: Es geht um den Gott, von dem die Bibel erzählt: der Himmel und Erde gemacht hat, der mit den Juden einen Bund eingeht, der Mensch wird und Gott bleibt in Jesus Christus, der den Tod überwindet und seinen Geist in die Welt schickt.
Der Gott.
Ist dieser Gott lieb?
Ich meine jetzt natürlich: Ist dieser Gott nur, das heißt ausschließlich, lieb?
Und wenn er es nicht ist, will ich noch an ihn glauben?
Ja, - schweres Zeug für die Uhrzeit.
Ist aber in Wahrheit immer schweres Zeug.
Also: Zur Frage, ob ich noch an einen Gott glauben will, der nicht nur lieb ist.
Aber: Was soll denn das für ein Gott sein, der von meinem Glauben abhängt?
Gott ist.
Unabhängig davon, wie ich das und ihn finde.
Und der liebe Gott?
In der Bibel steht doch: Gott ist die Liebe. Und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. (1.Joh.4, 16) Ja, stimmt schon. Allerdings heißt das ja nicht automatisch, dass Gott immer lieb ist.
Wenn Gott, Gott ist und das glaube ich, muss er mehr sein als Liebe. Mehr sein als lieb.
Denn wo bleibt sonst alles, was nicht « lieb » ist, wo bleiben Grausamkeit, Sinnlosigkeit und Tod?
Gott ist lieb und fremd.
Nah und fern.
Mit Namen ansprechbar und unaussprechlich.
Ich bin, der ich bin. Oder: Der ich sein werde. Sagt Gott von sich in der Stimme aus dem brennenden Dornbusch im zweiten Buch Mose (2. Mose 3, 14).
Gott ist.
Im auferstandenen Christus nahe und versöhnt.
Im Frieden. Gott ist. Und anders.
Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius
