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Kirche in WDR 3 | 01.04.2026 | 07:50 Uhr
Mutter der Bäume
Guten Morgen,
ich bin in Kenia. In einer Region, die unter einer katastrophalen Dürre leidet. Und doch: Hier wachsen Mangold und Zwiebeln. Eine spezielle sehr sparsame Bewässerungsmethode, die das Wasser direkt an die Wurzeln bringt, macht es möglich. Und in einem Dorf schlägt uns die Begeisterung über den neuen Brunnen entgegen. Jetzt müssen die Frauen und Kinder nicht mehr stundenlang bis zur nächsten Wasserstelle laufen. Diese Reise ist jetzt einige Jahre her. Wir haben in Kenia Projekte besucht, die von Brot für die Welt gefördert werden. Ich bin tief beeindruckt, wie sich die Menschen den Folgen der Klimakrise entgegenstellen.
Eines ist in fast jedem Ort, den wir besuchen, gleich: Wir pflanzen Bäume – viele Bäume. Und dabei fällt immer wieder ein Name, der von Wangari Maathai. „Mama Miti“ wird sie auch genannt, die „Mutter der Bäume“. Heute würde Wangari Maathai ihren 86. Geburtstag feiern. Aber sie starb 2011.
Ihre Geschichte: Wangari Maathai ist Umweltaktivistin. Sie hat einen Doktortitel in Biologie, ist Professorin, Mutter von drei Kindern, Parlamentsabgeordnete und stellvertretende Umweltministerin. Sie kämpft unter schwierigsten Bedingungen für die Verwirklichung der Menschenrechte. Sie wird angefeindet und landet mehrere Male im Gefängnis. Ihre Autobiographie trägt den Untertitel „Erinnerungen einer Unbeugsamen“ (1).
Die größte Bekanntheit aber erlangt sie als „Mutter der Bäume“. In den 1970-er Jahren gründet sie die Bewegung „Green Belt Movement“, ein riesiges Aufforstungsprojekt. Ein grüner Gürtel soll den afrikanischen Kontinent vor der Ausbreitung der Wüsten bewahren. Die Initiative hat bis heute rund 50 Millionen Bäume gepflanzt.
Wangari Maathai sieht klar: Christliche Mission und Kolonialismus gehen oft Hand in Hand. Das hat sie scharf kritisiert. Aber der christliche Glaube ist für sie auch Kraftquelle für ihren schier unermüdlichen Einsatz. Sie formuliert es einmal ungefähr so:
Sprecherin: „Das erste Buch Mose in der Bibel ist für mich viel mehr als nur ein Buch darüber, wie Gott die Erde geschaffen hat. Es hat mir geholfen zu verstehen, dass die Schöpfung die Art und Weise ist, wie Gott es uns ermöglicht hat, auf diesem Planeten zu leben, dass wir sehr dankbar für das sein müssen, was er uns gegeben hat, und dass wir uns darum kümmern müssen (...) Gott hätte gewollt, dass wir Hüter der Schöpfung sind, und nicht ihre Herrscher.“
Autor: Wangari Maathai ist eine Vorkämpferin gegen die Folgen der Klimakrise. Sie wird nicht müde, vor allen Dingen Frauen für ihre Bewegung zu gewinnen und motiviert sie, Bäume zu pflanzen. Ihre Bewegung „Green Belt Movement“ ist so aber zugleich zu einer Bewegung für Menschenrechte geworden - für Bildung und für die Rechte von Frauen in der kenianischen Gesellschaft und darüber hinaus.
2004 erhält Wangari Maathai – als erste Afrikanerin – den Friedensnobelpreis. Den alternativen Nobelpreis hatte sie schon 20 Jahre zuvor verliehen bekommen.
Sie ist zeitlebens überzeugt, dass jeder Einsatz für unsere Erde und das Klima zählt, egal, wie klein er ist. Gemeinsam bewirken wir Großes.
(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5:)
Es grüßt sie herzlich
Ihr Dietmar Arends aus Detmold.
Quellen
1. Wangari Maathai. Afrika, mein Leben. Erinnerungen einer Unbeugsamen. Köln 2008
2. Freudenbotin Dr. Wangari Muta Maathai, in: https://www.frauen-rheinland.de/fileadmin/user_upload/In_Aktion_2020_Froh_zu_sein_final.pdf, S. 29, abgerufen am 20.02.2026.
Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze
