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Kirche in WDR 2 | 30.09.2026 | 05:55 Uhr
Aufstehen
„Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“ (Galater 3,28)
Dieses Wort des Apostels Paulus ist so aktuell wie nie.
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, müssen wir es laut sagen:
Völkischer Nationalismus und Christentum sind nicht vereinbar.
Das betonen die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Deutsche
Bischofskonferenz und die Landeskirchen in Mitteldeutschland einstimmig.
Die AfD, deren Programm für Sachsen-Anhalt von evangelischen und katholischen
Kirchen als „Angriff auf die Menschenwürde“ bezeichnet wird, hat in dieser Wahl
stark zugelegt.
Doch wo Menschen nach Herkunft, Religion oder Hautfarbe sortiert werden, wo
Ausgrenzung und Hetze den Ton angeben, da wird Gottes Schöpfung mit Füßen
getreten.
Jesus hat keine Mauern gebaut.
Er hat Brücken geschlagen – zu den Ausgegrenzten, den Kranken, den
Fremden.
Die Kirchen warnen: Wer völkisch denkt, wer Minderheiten ausgrenzt, wer
Demokratie und Menschenrechte infrage stellt, handelt gegen das Evangelium.
Die Deutsche Bischofskonferenz sagt klar: „Die AfD ist für Christen nicht
wählbar.“
Und die EKD-Synode warnt: „Menschenverachtende Haltungen sind mit dem
christlichen Glauben nicht vereinbar.“
Doch es geht nicht nur um eine Partei. Es geht um eine Grundfrage unseres
Glaubens:
Darf ein Christ Nationalismus wählen, der Menschen nach Ethnie oder Religion
trennt?
Nein!
Denn in Christus gibt es keine Hierarchie der Würde.
Paulus schreibt: „Ihr seid alle einer.“
Nicht durch Leistung, nicht durch Herkunft – sondern durch Gottes Liebe.
„Ihr seid alle einer in Christus
Jesus“. (Galater 3,28)
Die Kirchen in Sachsen-Anhalt haben es vor der Wahl gesagt:
„Menschenwürde, Freiheit und Solidarität finden in diesem Gesellschaftsentwurf
der AfD keine Heimat.“
Und das Yeet-Netzwerk – junge evangelische Christen – ermutigt uns:
„Vielfalt ist göttlich!“
Denn Gott hat die Welt bunt erschaffen – nicht braunblau, nicht
gleichgeschaltet.
Also: Stehen wir auf! Jetzt und sofort. An unseren Kaffeetischen, in
unseren Vereinen, in unseren Hobbygruppen.
Für eine Gesellschaft, in der jeder Mensch – ob hier geboren oder zugewandert –
willkommen ist.
Für eine Politik, die Nächstenliebe lebt, und nicht Hass schürt.
Denn am Ende wird Gott uns nicht fragen: „Welcher Partei hast du angehört?“
Sondern: „Hast du geliebt?“
Gott kennt keine Grenzen.
Warum sollen wir?
Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius
