Beiträge auf: wdr5
Kirche in WDR 5 | 17.02.2026 | 06:55 Uhr
Klappertüt, Breetlook und Halleluja!
Guten Morgen, und allen Jecken Helau und Alaaf!
Oder „Klappertüt“, wie man hier in St. Tönis noch am Tulpensonntag gerufen hat.
Klapper…was?
„Klappertüt!“ Das ist das Geräusch, was der Kochtopf macht, wenn Panahs gekocht wird - eine am Rhein beliebte Kochwurst.
Hier am Niederrhein gibt es eine Menge von solchen jecken Ausrufen!
„Halt Pohl!“ wird in Mönchengladbach gerufen und bedeutet so viel wie: Halt die Stange!
Und im Krefelder Stadtteil Hüls ruft man „Breetlook“ — das bedeutet so viel wie Lauch. Das ist oder war das Lokalgemüse der Hülser. Deshalb haben die Jecken das damals zum Karnevalsruf gemacht.
In ganz Deutschland gibt es neben Helau und Alaaf viele solche lokale Karnevalsrufe. Nicht alles hat einen tiefen Sinn, aber sicher eine Bedeutung.
Diese Rufe stärken das das Gemeinschaftsgefühl.
Wir gehören zusammen! „Klappertüt!“
Das motiviert.
Eine Theorie besagt, dass das „Helau“ seinen Wortursprung im kirchlichen Halleluja haben könnte. Vermutlich um die Kirche aufs Korn zu nehmen.
Es gibt noch andere Theorien, woher das „Helau“ kommen könnte.
Wer es heute ruft, der tut es vermutlich aus Freude und guter Laune heraus.
So wie bei allen anderen jecken Ausrufen auch.
Und dazu passt auch das gemeinsame „Halleluja“ in der Kirche.
„Halleluja“ heißt ja: Lobt Gott! Damit drücken die Christinnen und Christen ihre Freude über Gott aus. Und sagen ihm DANKE. Gesungen wird das „Halleluja“ in der Kirche meist nach der Bibellesung. Als Antwortgesang auf das Wort Gottes - die frohe Botschaft, die man gerade gehört hat. Danke für deine Worte an uns, Gott. Danke, dass du uns zeigst, wie wir besser zusammenleben können. Danke, dass du uns alle geschaffen hast und wir zusammengehören, so unterschiedlich wir auch sind: Jecken und Karnevalsflüchtlinge. Junge und Alte. Religiöse und nicht Religiöse. Halleluja, wunderbar hast du die Welt geschaffen. Das Lachen hast du geschaffen und unsere Fröhlichkeit und dass wir feiern können.
Das freudige „Halleluja“ aus den Kirchen hat sich auch außerhalb der Kirche gehalten: Da ist jemand erleichtert und sagt: „Halleluja, puh, gut, dass das am Ende geklappt hat.“ Oder noch häufiger höre ich:
„Gott sei Dank!“ Das sage viele, wenn es gerade nochmal gut gegangen ist. Und die anderen stimmen ein: Gott sei Dank!
Ob „Helau“ oder „Halleluja“,
ich wünsch uns, dass wir das lautstark zeigen können: unsere Freude und unsere Dankbarkeit. Heute im Karneval und auch sonst im Leben.
(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und 5: )
Ihre Pfarrerin Anne Wellmann aus Tönisvorst.
Quellen: (alle Links zuletzt abgerufen am 21.01.26)
https://www1.wdr.de/nachrichten/alaaf-helau-ausrufe-an-karneval-nrw-100.html
https://www.dwds.de/b/alaaf-und-helau-karnevalsrufe-im-rheinland/
https://interaktiv.rp-online.de/helau-alaaf-aequator
Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze
