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Kirche in WDR 2 | 05.03.2026 | 05:55 Uhr

Moni

„Moni hat getanzt, getrunken, gefeiert, gelebt“, erzählt mir ihr Sohn aus Dortmund am Telefon. Anfangs bin ich irritiert. Was mag das heißen? Jetzt stehe ich an Monis Grab und sehe ein großes Herz aus Rosen. Nicht in dunkelrot, sondern bunt: Rosen in gelb, rot, orange, rosa, weiß. Es wirkt kräftig und wild. Wie ihr Leben?

Vor mir steht Monis Mann Karl, 88 Jahre, auf den Rollator gestützt. Schaut mich immer wieder an aus seinen hellblauen Augen unter Tränen. Daneben der Sohn, mit dem ich telefoniert habe, Robert, den Arm um Karls Schulter gelegt. Karl ist gar nicht sein leiblicher Vater, aber er ist Monis große Liebe. Vor zwei Jahren sind die beiden ins Pflegeheim gezogen.

Moni hat Musik geliebt! Früher hat sie morgens als erstes das Radio angemacht, hat sofort mitgesungen, klar und textsicher. „Diese Fröhlichkeit und Leichtigkeit hat sie durchs Leben getragen“, sagt Robert. Und ich frage mich, wo sie diese Leichtigkeit wohl gefunden hat, denn: In jungen Jahren ist ihr Leben als andere als leicht gewesen. Direkt nach der Schule hat sie in einer Fabrik gearbeitet, mit knapp 19 Jahren ihren ersten Mann kennengelernt, im Tanzlokal. Die beiden bekommen ein Kind, ihren einzigen Sohn Robert, doch die Ehe hält nur wenige Jahre. Tapfer, wie sie ist, schlägt sie sich allein durch. Jeden Job als Reinigungskraft nimmt sie an, um über die Runden zu kommen. Ihr Sohn erinnert sich an Spaghetti mit Ketchup und Toast mit Käse. Und dass seine Freunde aus der Schule zusammengelegt haben, damit er mit ins Kino kommen kann.

Mitte der 70er ändert sich alles, da tritt Karl in Monis Leben. „Karl hat Moni über alles geliebt. Ihr alles gegeben, was sie vorher nicht kannte.“ So hat es Robert erlebt. „Und ohne Karl wäre auch ich nicht, der ich bin“, sagt Robert heute. Nach der Schule will er unbedingt Koch werden. Also nicht auf die Zeche wie all` die andern. Karl unterstützt ihn. Wie ein echter Vater. Heute leitet Robert seine eigenen Restaurants.
„Stark wie der Tod ist die Liebe“ (Hohelied 8,6), denke ich. So besingt es das Hohelied in der Bibel. Und darüber spreche ich am Grab. Liebe kann alles verändern. Sie trägt durchs Leben und sogar durch die Trauer. Ich spüre es, wenn ich dieses Herz aus Rosen sehe und wenn ich diesen beiden Männern in die Augen schaue: Stark wie der Tod ist die Liebe.


Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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