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Kirche in WDR 2 | 24.03.2026 | 05:55 Uhr
Welttag der Tuberkulose
Sechs Jahre ist das schon her ... „Deutschland geht in den ersten Corona-Lockdown.“ Erinnern Sie sich noch? – Also: Ich war zu dem Zeitpunkt in Berlin und musste noch mit dem Zug nach Hause – gespenstisch, alle mit Maske, Desinfektionsmittel Mangelware. Geschäfte, Museen, Restaurants geschlossen. Ich war unsicher, zuckte jedes Mal zusammen, wenn jemand in meiner Nähe gehustet hat.
Und das alles, wegen einer Atemwegserkrankung. Und auch wenn die Maßnahmen umstritten waren und sind: die Corona-Politik hat damals geholfen, dass in Deutschland die Sterbezahlen nicht hochgeschnellt sind. Und jetzt, sechs Jahre später, scheint es so, dass die Welt Corona einigermaßen im Griff hat.
So, und jetzt komme ich mit einer weiteren Atemwegserkrankung. Die ist in Deutschland schon fast vergessen. Frédéric Chopin hatte sie, Franz Kafka, und Nelson Mandela auch. Thomas Mann hat der Krankheit einen großen Roman gewidmet. Ich spreche von der Tuberkulose, heute am Welttag der TB. Auch wenn TB bei uns in Deutschland keine so große Rolle mehr spielt: Weltweit ist sie nicht verschwunden. Vor allem Kinder und Immungeschwächte sind betroffen.
An Corona haben wir
gesehen, wie schnell das Problem der anderen auch zum eigenen werden kann. An
solchen Krankheiten wird mir nochmal mehr klar: Unsere Weltgemeinschaft ist gefährdet, wenn wir sie
nicht als Ganzes erkennen. Denn es ist auch klar: Krankheiten kommen nicht von Gott. Gerade Atemwegserkrankungen
kommen eher von unserem Nächsten, der uns anniest oder ansteckt.
Ja, und leider sind wir
nicht wie Jesus: wir können keine Kranken durch Wunder heilen. Aber Gott hat
uns unser Hirn geschenkt und unseren Sinn dafür, Dinge zusammen zu lösen.
Die Medizin forscht nach Möglichkeiten, Krankheiten zu besiegen. Hilfswerke und Institutionen gestalten ganz oft die Rahmenbedingungen für eine solche Heilung. Da heißt es: Prävention durch gesundheitliche Aufklärung und Unterstützung von medizinischen Einrichtungen und Menschen, die dort arbeiten, wo sonst niemand investiert.
Das kann man jetzt den verlängerten Arm von Jesus nennen oder eben einfach nur: global gelebte Nächstenliebe.
