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Kirche in WDR 2 | 01.08.2026 | 05:55 Uhr
Kinoverkündigung
Frankreich in der Nachkriegszeit. Der polnische Flüchtling Jan Bojarski ist zwar Ingenieur. Aber die Zeiten sind hart, das Geld ist knapp. Doch Bojarski hat noch ein Ass im Ärmel – gewinnbringend wie folgenreich. Darum geht es in dem Film "Der perfekte Schein. Der Fall Bojarski". Seit dieser Woche im Kino.
„Wie heißt du, mein Freund? - Jan Bojarski - Ich hab von deinem Talent gehört. - So ne gute Blüte habe ich noch nie gesehen.“
Bojarski kann meisterhaft Geld fälschen. So fängt er in einem versteckten Kellerlabor an, täuschend echte Franc zu drucken. Er ist so gut, dass selbst die französische Nationalbank keinen Unterschied zwischen den Originalen und seinen Scheinen feststellen kann. Damit das Geschäft funktioniert, muss Bojarski vorsichtig sein.
„Regel Nummer eins: Immer nur eine Banknote pro Geschäft. - Das sind dann 300 Francs. Na, die ist ja brandneu! - Regel Nummer zwei: Nichts Protziges kaufen. - Danke, Papa! - Regel Nummer drei: Absolute Diskretion. - Bojarski, was treibst denn du hier?“
Doch das gewinnbringende Geschäft hat auch Schattenseiten. Die Geheimniskrämerei, die Vorsicht, die Angst. Das alles greift auf seine Familie über.
„Was ist denn los, Suzanne? - Ich würd gern wissen, wer du bist. Du hast es dir mit deinen Freunden schon verscherzt, jetzt kommen die Kinder? Was treibst du hier in deinem Schuppen?“
Zudem ist ihm die Polizei auf den Fersen.
„Ich brauch vielleicht noch ein bisschen Zeit, aber ich kriege Sie. - Wenn es genug ist, werde ich von selbst aufhören. - Nein, Sie hören niemals auf. Besonders, weil Ihr Motiv nicht Geld ist.“
Es gibt Momente, da geht es
um die Existenz. Da muss man Entscheidungen treffen, die ein Risiko bedeuten:
Ganz nach oben oder ganz nach unten. Oft genug ist das keine ganz ungezwungene
Entscheidung: Denn der Abgrund ist schon in Sichtweite. Man muss also etwas tun
– auch, wenn das alles extrem schief gehen kann. Ist der Schritt einmal getan, gibt
es kein Zurück. Auch, wenn das Verletzungen und Schäden bedeutet. Das ist keine graue Theorie.
Der Film um Bojarski beruht auf einem echten Fall. Deshalb gilt: Wer aus
Verzweiflung handelt, verdient Empathie, Zuwendung und Unterstützung. Auch,
wenn etwas wirklich schief läuft. Denn wer selbst in eine solche Lage kommt,
braucht genau das. Aus Extremsituationen kommt niemand mit weißer Weste wieder
heraus. Ein bisschen Mitfühlen, Hineinfühlen und Nachsehen sind also immer
angebracht. „Gnädig-Sein“ sagt man manchmal dazu. Und dieses Gnädig sein mit
Menschen in Not – das ist schon fast eine göttliche Tugend.
Ob bei
Geldfälschern, Schwarzfahrern oder Gelegenheitsdieben.
