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Kirche in WDR 2 | 17.04.2026 | 05:55 Uhr
Mut
Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Das Gelassenheitsgebet.
Heute geht es um den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Manche sagen es sei Training. Viel Training. Und - natürlich – Disziplin. Also in der Regel die Dinge, die keinen Spaß machen.
Ob das jetzt etwas mit Mut zu tun hat? Ich weiß nicht. Vielleicht eher mit Entschluss und Verzicht auf Bequemlichkeit oder Sofortbefriedigung, zum Beispiel.
Gott gebe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Wer Mut sagt, hat Angst. Sonst macht das keinen Sinn, ist Mut nicht nötig.
Und: Angst zu fühlen, ist zwar in der Regel doof, aber zugegebenermaßen oft ziemlich sinnvoll. Weil Gefahr droht, zum Beispiel. Ob diese Gefahr tatsächlich vorhanden ist oder ich sie mir nur einbilde, ist jetzt mal egal.
Gott gebe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Ehrlich gesagt: Ich ändere Dinge in der Regel nur, wenn ich muss. Weil ich bequem bin und das Nicht-Ändern immerhin so eine Idee von Sicherheit und Stabiliät unterstützt.
Natürlich ist das nicht nur so. Es geht um die Situationen, in denen ich Mut brauche um etwas zu ändern. Mut. Der versteckt sich ja gerne hinter Sätzen wie: „Man kann da sowieso nichts machen. Ich schon mal gar nicht“. Was in aller Regel faktisch schlicht falsch ist.
Es kommt halt auf den Anspruch an, was ich glaube zu bewirken, wenn ich mein Verhalten ändere.
Es ist eben ein Unterschied, ob ich zum Beispiel erwarte, dass ein Obdachloser, dem ich Geld gebe oder den ich freundlich zurückgrüße oder beides, gleich aufsteht und sein ganzes Leben ändert, oder ob die gute Tat unabhängig davon ist.
Meistens, allermeistens kann ich etwas, etwas, - nicht gleich alles - , etwas tun, was einen Unterschied zum Guten zu macht.
Es fängt bei mir an. Und meiner Bereitschaft etwas, konkret: mich, zu ändern.
Heute.
Mit Gottes Hilfe.
Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius
