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Künstliche Intelligenz
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Kirche in WDR 2 | 01.09.2026 | 05:55 Uhr

Künstliche Intelligenz

Was soll ich tun? Im Zweifelsfall frage ich ChatGPT, die Künstliche Intelligenz. Das geht schnell und sie schöpft ja aus breitem Erfahrungswissen.

Beispiel. Folgende Situation: Ich bin abends im dunklen Wald und komme an eine unheimliche Stelle. Da liegt anscheinend ein Mensch am Boden, überfallen, verletzt, keine Ahnung. Weit und breit ist kein anderer zu sehen. Alles sehr unklar. Ich bin allein. – Antwort der KI: Sichere dich ab. Geh nicht zu nah hin. Das könnte auch eine Falle sein. Bring Dich erst einmal dich in Sicherheit und ruf dann die Polizei.

Alles richtig – aber der Plot der Geschichte ist ein anderer. Sie steht in der Bibel im Lukas-Evangelium (Kap 10). Es ist die Geschichte vom Barmherzigen Samariter. Also von dem Menschen, der einen Überfallenen im Wald findet, der genau hinschaut, sich zuwendet und hilft.

Jesus erzählt die Geschichte und seine Botschaft ist: Wer ist dein Nächster? Immer der, der dir jetzt gerade vor die Füße gefallen ist. Also der Mensch, der gerade jetzt deine Hilfe braucht. Jesus hat die Geschichte erzählt als Praxisbeispiel, wie Nächstenliebe konkret aussieht.

Nichts gegen KI wie gesagt, Achtsamkeit und Selbstschutz sind wichtig. Aber mit künstlicher Intelligenz lerne ich – und das ist ein großer Unterschied – keine Empathie. KI vermittelt kein Mitgefühl und ist in gewissem Sinne unmenschlich.

Und darum bin ich auch als Protestant Papst Leo dankbar. Der hat jüngst mit seiner Enzyklika „Magnifica humanitas“, zu deutsch „Die großartige Menschheit“ sich sehr nachdenklich und kritisch zur KI geäußert.

Es geht um „Die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“. Das ist der Untertitel. „Die Bewahrung des Menschlichen“.
Keine Frage:
Künstliche Intelligenz ist hilfreich bei der Arbeitsorganisation, bei Operationen, nicht zuletzt bei der Urlaubsplanung und vielem, vielem mehr. Aber sie kann auch entmenschlichen. Sie nimmt mir nicht die Verantwortung ab, zu entscheiden, wie ich agiere, wenn es darauf ankommt, menschlich zu sein.

Das muss ich selbst entscheiden. Ich möchte es mit Mitgefühl tun. Und ich wünsche mir, dass es möglichst viele Menschen genauso tun. Barmherzige Samariter gibt es nicht digital, sondern nur im realen Leben.


Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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