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Aus zwei werden drei
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Kirche in WDR 4 | 06.04.2026 | 08:55 Uhr

Aus zwei werden drei

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende auch schon wieder vorbei. Tja. Wobei: Noch nicht ganz. Heute gibt’s noch mal eine Extraportion Ostern. Einen geschenkten Extra-Tag. Bevor es morgen wieder losgeht. Mit Arbeit und Alltag. Es hilft ja nichts. Du kannst vor der Welt nicht weglaufen, Feiertage hin oder her. Aber vielleicht musst du das auch gar nicht.

Denn da fällt mir eine Ostergeschichte aus der Bibel ein. Sie geht so: Zwei Männer laufen von Jerusalem weg. Enttäuscht, frustriert, innerlich gekündigt. Sie hatten gehofft, dass alles anders wird. Dass da einer kommt, der die ungerechten Verhältnisse auf den Kopf stellt. Stattdessen: Hinrichtung, Ende, aus und vorbei. Man kennt das. In der Bibel heißt die Geschichte „der Gang nach Emmaus“ Aber
diese Geschichte gibt es überall. Jeden Tag. Da gab es eine Wahl, aber alles scheint beim Alten. Die Nachrichten laufen im Radio, aber du kannst sie nicht mehr hören. Wer kennt nicht die Krisengespräche, in denen alle sagen: So geht es nicht weiter. Und dann geht eben doch alles weiter wie bisher. Die beiden Jungs in der Geschichte reden. Und das ist schon viel. Sie verrammeln sich nicht komplett in ihren Filterblasen. Sie hören einander zu, versuchen zu verstehen. Währenddessen gesellt sich einer dazu. Ganz unauffällig. Ohne großes Pathos. Einfach einer, der mitgeht und fragt. Und aus zwei werden drei.

Das finde ich toll. Gott, wenn er denn hier vorkommt, tritt nicht als Lösung auf, sondern wie die beiden Jungs als Fragender und Zuhörer. Gott ist in dieser Geschichte nicht Besserwisser, sondern Gesellschafter. Was die anderen sagen ist eine Mischung aus Fakten, Enttäuschung und gekränkter Hoffnung. „Wir aber hatten gehofft…“ seufzen sie. Der Satz passt in jedes Jahrzehnt. In jedes Jahr, in jeden Moment, in dem Menschen denken: Jetzt wird endlich etwas besser. Ab sofort wird es gerechter, friedlicher, vernünftiger. Aber verflixt, immer wieder kommt es anders. Aufregend ist doch, dass der Fremde ihnen nicht sofort widerspricht. Er sagt nicht: Ihr seht das völlig falsch, ich erkläre euch jetzt mal die Welt. Stattdessen hört er zu. Teilt ihren Schmerz und ihre Ohnmacht. Rollt nicht mit den Augen. Doziert nicht und urteilt nicht. Und genau das verändert alles. Erkannt wird er beim Essen. Nicht im Streitgespräch, nicht in der Analyse, sondern in einer Geste der Gemeinschaft. Brot nehmen, danken, teilen. Irritierend schlicht. Und dann ist er weg.

Ist das nicht das, was in unsere Zeit passt? Einer, der einfach dazu kommt? Der Krankenpfleger, der deine Angst vor der Operation ahnt. Die Lehrerin, die dem Vater des Kindes von ihrer eigenen Rechtschreibschwäche erzählt. Der Nachbar, der nickt, als du ihm deine Sorgen erzählst und am Schluss sagt: Ich weiß. Noch in derselben Stunde kehren die Jungs in der Bibelgeschichte zurück in die Wirklichkeit. Offenbar reicht eine Begegnung, um wieder am Leben teilzunehmen, mit all seinen Zumutungen. Das ist die Pointe aus Emmaus: Auferstehung bedeutet nicht, dass alles gut wird. Sondern dass Menschen wieder aufstehen. Dass sie zurückgehen in eine Welt, die sie gerade noch verlassen wollten. Nicht, weil sie plötzlich alles verstehen. Sondern weil einer ihnen gezeigt hat, dass sie das schaffen. Dass die Welt, das Leben ihnen keine Angst machen muss. Weil aus zweien drei geworden sind. Da ist sie, die Auferstehung. Nicht nur an diesem Ostermontagmorgen.

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