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Kirche in 1Live | 31.07.2026 | floatend Uhr
Das Leben verkosten
Essen ist meine Leidenschaft. Ich koche und backe und brate und brutzle total gern. Und wenn ich Geld ausgebe, dann am liebsten für richtig gutes Essen.
Für viele ist Essen einfach ein Mittel zum Zweck, für mich
ist es purer Genuss. Und ja, ich weiß: Das ist ein Privileg. Wie ich hier essen
kann, ist nicht
selbstverständlich. Ich
brauch das Essen nicht nur zum Überleben, ich kann es auch verkosten.
…Komisches Wort. Aber ich mag das voll:
„Verkosten“.
Hab‘ ich aufgeschnappt bei dem, dessen Gedenktag heute ist: Ignatius von Loyola. Ignatius hat den katholischen Jesuitenorden gegründet, war ein wichtiger spiritueller Lehrmeister und von ihm stammt dieser Satz, den ich total schön finde: „Nicht das Vielwissen sättigt die Seele, sondern das innere Schauen und Verkosten der Dinge.“
Mit diesem „Verkosten“ meint Ignatius nicht gutes Essen. Er meint das ganze Leben: nicht alles immer sofort einordnen, bewerten oder verurteilen, sondern erstmal wahrnehmen: Was hinterlässt einen guten Geschmack – und von was bleibt eher so ein bitterer Nachgeschmack?
Ich mag diesen Gedanken. Denn oft reagieren wir ja sofort: Wir haben ‘ne Meinung, scrollen weiter, haken Sachen ab. Ignatius möchte aber einen Moment abwarten und nachdenken und eben „verkosten“.
Ignatius würde dazu vielleicht sagen: „Bleib ein bisschen länger im Moment und verkoste ihn. Und wo das Leben dir gut schmeckt, da könnte Gott dir sogar näher sein, als du gerade denkst.“
Ela Kornek, Havixbeck
