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Kirche in 1Live | 28.08.2026 | floatend Uhr
Einfach verschwinden
Man kennt’s: Du bist auf einer Party, die Stimmung kippt, du bist müde oder einfach durch. Und dann passiert’s: Du gehst einfach, ohne Dich zu verabschieden. Kein großes Drama, kein langes Erklären. Einfach leise raus. Und ja — manchmal wirkt das leichter.
Aber oft merkt man erst später, was gefehlt hat: Der Abschluss. Der letzte Blick. Das ehrliche „Danke, dass du da warst.“
Nicht nur auf Partys: Auch in Freundschaften, Beziehungen oder im Job verschwinden Menschen wortlos aus dem Leben anderer. Oder wir selbst ziehen uns zurück, weil Ehrlichkeit unangenehm wäre. Weil ein Abschied Mut braucht. Aber Menschen sind nicht gemacht fürs lautlose Verschwinden. Wir sind Beziehungswesen.
Und deshalb können Abschiede etwas
Heilsamen haben. Auch wenn sie schwer
sind. Abschiede schaffen Klarheit. Würde. Frieden. Manchmal sogar einen
guten letzten Moment. Ein ehrliches „Mach’s gut“ verändert nicht alles. Aber es
zeigt: Du warst mir nicht egal. Darum lohnt es sich, sich noch einmal
umzudrehen.
Und zu sagen: „Danke. Und tschüss.“
Julia Fischer
Ibbenbüren
