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Ende des Warschauer Paktes und doch kein Frieden
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Kirche in WDR 3 | 25.02.2026 | 07:50 Uhr

Ende des Warschauer Paktes und doch kein Frieden

Guten Morgen! Was war das doch für eine Stimmung in Europa, gar in der ganzen Welt, als heute vor 35 Jahren die Auflösung des Warschauer Paktes beschlossen und wenige Wochen später dann auch umgesetzt wurde. Das sozialistische Verteidigungsbündnis war Geschichte. Der Eiserne Vorhang: weg. Der „kalte Krieg“: zu Ende. „Glasnost“ und „Perestroika“ waren die Schlagworte: „Offenheit“ und „Umgestaltung“. Damit hatte bereits wenige Jahre zuvor Michail Gorbatschow einen Reformprozess der Sowjetunion in Gang gebracht, den „Wind of Change“. Deutschland konnte sich wieder vereinigen, und die Sowjetunion löste sich schließlich auf. Ein weiteres Ergebnis: die Osterweiterung der Europäischen Union und auch der NATO, was damals sicherlich nicht alle so erwartet und gewollt hatten. Aber – so erinnere ich mich – in unserem Land atmeten viele auf, und es brach auch viel auf: Friede statt Wettrüsten, Reisefreiheit statt Abschottung.

Für mich als noch junger Ordenspriester beschrieb diese Stimmung damals ein Vers aus dem Alten Testament, aus den Psalmen. Viele dieser Psalmen beten wir bei uns im Kloster im vier-Wochen-Rhythmus. Aber es ist oft sehr schwierig, diese über 2500 Jahre alten Texte auf die Gegenwart anzuwenden. Aber auf die Situation damals, vor 35 Jahren, da passte der folgende Psalmvers (Ps 126,1f) für mich genau: „Als der Herr das Geschick Zions wendete, da waren wir wie Träumende. Da füllte sich unser Mund mit Lachen und unsere Zunge mit Jubel.“ Gemeint war vor 2500 Jahren damit auch eine politische Revolution: Und zwar das Ende einer Verbannung. Die Israeliten waren wie Träumende und jubelten, weil sie in die Freiheit und damit in ihre Heimat zurückkehren konnten.

Und vor 35 Jahren beim Ende des Warschauer Paktes, da war das auch wie ein Traum, der wahrgeworden war voller Freude und Optimismus.

Aber was ist daraus geworden? Die Geschichte ist weitergegangen. Seit vier Jahren herrscht Krieg an der Ostgrenze Europas. Und geopolitisch hat ein neues Wettrüsten begonnen. Beides verschlingt zig Milliarden Euro, die – auch, und vielleicht viel besser – investiert werden könnten, um den Hunger in der Welt zu lindern und das Klima zu schützen. Viele Menschen sind wieder verunsichert und haben Ängste vor der Zukunft. Das lähmt unsere Gesellschaft. War ich damals vor 35 Jahren zu naiv, dass ich glaubte, es würde politisch dauerhaft besser? War es doch bloß ein Traum, der inzwischen zerplatzt ist?

Ich schaue noch einmal auf den Psalm und auf das, was damals weiter geschah. Schon der nächste Vers deutet an, dass es bei den Israeliten auch nicht unbeschwert weiterlief. Offensichtlich wieder in Not geraten, klagen sie vor Gott (Ps 126,4): „Wende doch, Herr, unser Geschick!“

Und dann? Dann kommen zwei abschließende Verse, die Trost und Zuversicht spenden wollen. Es heißt mit Blick auf die weitere Zukunft (Ps 126,5f): „Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. Sie gehen, ja gehen und weinen und tragen zur Aussaat den Samen. Sie kommen, ja kommen mit Jubel und bringen ihre Garben.“

Vielleicht ist das ein Trost auch für unsere Zeit heute? Ich jedenfalls hoffe das und grüße Sie herzlich aus Duisburg. Ihr Pater Philipp Reichling.

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