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Kirche in WDR 2 | 03.07.2026 | 05:55 Uhr
Berufsbild, Glücksbringer
In einem Krankenhaus bei Hamburg gibt es einen neuen Beruf: Glücksbringer! Der Stern, die Wochenzeitschrift, brachte einen Bericht. Dirk Bülow sorgt für gute Stimmung im Spital. Das hilft enorm gesund zu werden!
Seit drei Jahren ist der Mann als "Guest Relation Manager" angestellt, wie es angelehnt an Hotels heißt. Man sagt auch Feel-good-Manager, also ein Animateur, der für ein gutes Klima im Betrieb sorgt.
Wie kam es dazu? Zuerst war Dirk Bülow für die Transporte der Patienten angestellt, also vom Krankenzimmer zum Operationsaal und zurück. Es zeigte sich bald, dass die Menschen, die er in ihren Betten schob, sich in seiner Gegenwart und Begleitung spürbar entspannten. Ich kann das gut nachvollziehen, auch wenn ich den Hamburger Glücksbringer nicht persönlich kenne. Vor kurzem fuhr ich zu einer Krankensalbung in ein Kölner Klinikum. Dort gibt es vier Intensivstationen. Wie froh war ich, als ein Patientenbegleiter mich dort ansprach, weil ich als Pfarrer erkennbar war. Er begleitete mich freundlich bis auf die richtige Station. Auf dem Rückweg traf ich ihn wieder. Auf meine Frage, welches Gerät er denn vor sich herschiebe, erklärte er mir, dies helfe ihm elektrisch beim Schieben der Krankenbetten. Obwohl ich oft zu Besuch im Krankenhaus bin, hatte ich dieses moderne Schiebegerät noch nie gesehen. Eine schöne Begegnung.
Der Ton macht die Musik. Beim Hamburger Glücksbringer im Wortsinn. Hat ein Patient Geburtstag, kommt er mit Gitarre und singt ein Ständchen. Kann eine Patientin nicht einschlafen, kommt er mit Ohrstöpseln und guten Worten. Schmeckt das Essen nicht, kommt er mit Pfeffer und Salz und anderen Gewürzen. Über sich selbst sagt Dirk Bülow: "Wenn die Pflegekräfte keine Zeit mehr haben, komme ich". Er ist also auch eine gute Unterstützung für die Krankenschwestern und Pfleger, die kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie nicht alle Wünsche erfüllen können. Der Glücksbringer ist ja in der Hinterhand.
Nun wäre es sicher schön, gäbe es eine Glücksbringerin oder einen -bringer in jedem Krankenhaus. Das kommt wohl so bald nicht. Immerhin ist es uns vor 12 Jahren gelungen, einen neuen Beruf zu etablieren, der auch die Pflegekräfte entlastet und Glücksmomente in Altenheime und Krankenhäuser bringt: Fachpraktikerinnen. Inzwischen haben 400 Förderschülerinnen nach zweijähriger Ausbildung feste Stellen erhalten. Und die Patientinnen oder Bewohner in Seniorenhäusern sind glücklich, dass ein Mensch Zeit für sie hat.
