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Kirche in WDR 2 | 23.06.2026 | 05:55 Uhr

Zukunftsangst

Man weiß es ja nicht.

Was kommt. Und was richtig ist. Also, was man jetzt machen soll. Oder eben besser nicht. Oder vielleicht auf gar keinen Fall. Oder eben: Unbedingt machen sollte.

Weil: Man weiß es ja nicht. Wie es in Zukunft wird.

Nicht, dass das unbedingt so neu ist. Schließlich ist es das Wesen der Zukunft, offen zu sein. Letztlich. Klar, - gibt es Wahrscheinlichkeiten, mehr oder eben weniger, aber eben keine Sicherheit.


Ich habe den Eindruck, dass beides größer geworden ist: Die Fülle an Möglichkeiten, wie sich die Dinge privat, wie politisch entwickeln können, als auch die Angst davor.

Wovor eigentlich genau? Mir fällt da erst einmal die übliche Ansammlung an Katastrophen ein. Die müssen jetzt hier nicht noch mal wiederholt werden.


Befürchtungen zu haben, Angst zu entwickeln ist ja nicht blöd, sondern hat Gründe. Welche nun realistisch sind und welche weniger? Tja. Schon bin ich wieder bei der Sicherheit, die irgendwie, oder eben gerade nicht irgendwie, abhandengekommen ist.


Jetzt ist das hier ja eine evangelische Morgenandacht und ich kann nur sagen: Von Sicherheit ist im Christentum nicht die Rede. Jedenfalls nicht im Sinne von Garantien, Planbarkeiten, Kalkulierbarkeit. Klar, lebe ich als Christ in dieser Welt und kann das Morgen einschätzen. Mehr aber auch nicht. Einschätzen. Es bleibt unsicher. Sicher bleibt die Zusage Gottes durch Jesus Christus mit uns zu sein. Auf dem Weg des Lebens. Und durch Sterben und Tod.

Das ist weder billig, noch beliebig. Gottes „Mit uns sein“ durch Jesus Christus: beim Ärger im Büro, wie bei der Geburt eines Kindes und dem einsamen Sterben, gilt es denen, die sich nach Gerechtigkeit sehnen. Gilt es denen, die den Anderen achten, weil sie selbst Geachtete sind.


Gottvertrauen statt Sicherheit.

Geborgene Angst, statt haltlose Panik.

Getragene Ungewissheit, statt unkluge Klugheit.


Liebe Gott und deinen Nächsten, wie dich selbst. Sagt Jesus, auf die große Frage nach dem Wie. Das muss ich nicht glauben können. Darum kann ich beten. Wenn ich bereit bin, damit aufzuhören, mein eigener Gott zu sein.



Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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