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Kirche in 1Live | 14.08.2026 | floatend Uhr
Durchblick
Mich zieht’s im Urlaub wieder in die Berge: Wandern. Yes. Wandern. Ich lieb‘s. Und allen, die das nicht nachvollziehen können und dabei halb von ihrer Strandliege fallen, erklär ich jetzt, warum.
Zum einen hab ich beim Wandern ein Ziel. Ich gehe also in eine ganz bestimmte Richtung und das ergibt Sinn für mich. Ich geh in meinem Tempo, so, wie’s mir eben passt. Ich comitte mich auch, weil ich morgens sag: „Jo, da will ich hoch“ und dann muss ich da auch hoch. Ist schon ungeil, auf halbem Weg umzudrehen.
Dann ist da noch das Vertrauen. Vertrauen in die eigenen Kräfte, das Wetter und die Leute, mit denen ich zusammengehe. Je höher ich gehe, desto wichtiger wird das, weil dann wird’s ja schon mal tricky, steil und auch bisschen gefährlicher – je nach dem, was man so für n Typ ist.
Ich investier also was, power mich aus und will unbedingt ankommen. Und wenn ich dann oben bin, dann hat sich alles gelohnt.Dieser Blick runter ins Tal… dabei check ich ja nicht nur, was ich geschafft habe, wie crazy weit ich da gelaufen bin, sondern ich hab auch mal ‘nen richtigen Durchblick! Ich seh so weit und so viel, wie ich sonst nie sehe. Kleine Autos, kleine Bäume, Menschen – und auf einmal wirkt die Welt so übersichtlich. Als hätte ich einmal alles geordnet in meinem Kopf. Einfach nur dadurch, dass ich losgegangen und – noch viel wichtiger – weitergegangen bin.
Simon Deregowski, Köln.
