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katholisch
Kirche in WDR 3 | 08.09.2026 | 07:50 Uhr
„An Maria Geburt fliegen die Schwalben furt“
Guten Morgen! „An Maria Geburt fliegen die Schwalben furt.“
Diesen Satz habe ich oft als Kind gehört. Damals war das für mich einfach eine Bauernregel; so ein Satz, den ältere Leute eben sagten. Ich habe damals nicht weiter darüber nachgedacht, aber heute höre ich ihn irgendwie anders.
Ob die Schwalben tatsächlich am 8. September, dem Fest Maria Geburt, aufbrechen, weiß ich nicht. Wahrscheinlich richten sie sich eh nicht nach unserem Kalender. Und trotzdem gefällt mir dieses Bild, denn die Schwalben brechen auf, bevor der Winter kommt. Sie warten nicht, bis die Tage grau werden, sondern irgendwann fliegen sie einfach los.
Ich glaube, ich hätte länger gewartet: Denn wichtige Entscheidungen, die schiebe ich gern vor mir her.
Das war auch mit meinem Weg zum Priesteramt so. Der Wunsch, katholischer Priester zu werden, der war nicht plötzlich da. Der ist langsam in mir gewachsen. Anfangs tauchte der Gedanke immer wieder mal auf und verschwand dann genauso schnell wieder. Irgendwann ließ er mich aber nicht mehr los. Und trotzdem: Die Entscheidung, die hatte immer wieder hinausgeschoben. Nicht, weil ich mir ein anderes Leben gewünscht hätte, sondern weil ich vorher wissen wollte, wohin dieser Weg mich führt.
Heute, nach 11 Jahren als Priester, weiß ich: Das hätte ich damals gar nicht wissen können; keiner kann das.
Wenn ich mich für etwas entscheide, dann sehe ich nie den ganzen Weg. Ich sehe nur den nächsten Schritt. Das hatte mich damals verunsichert. Heute denke ich: Genau das gehört zum Leben dazu, denn vieles erschließt sich erst, wenn ich losgehe und eben nicht vorher.
Vielleicht denke ich deshalb heute anders über diese alte Bauernregel als früher: „An Maria Geburt, da fliegen die Schwalben furt.“
Sie erzählt für mich nicht nur von Schwalben und vom Ende des Sommers, sondern sie erzählt davon, dass es Zeiten im Leben gibt, in denen ich nicht länger warten sollte. Und genau deshalb passt dieser Satz für mich zum heutigen Tag, dem Geburtstag der heiligen Maria, der Mutter von Jesus.
Eigentlich ist es ein ungewöhnlicher Feiertag, denn die Kirche erinnert heute nicht an irgendetwas, das Maria getan oder geleistet hat, sondern feiert eben einfach ihre Geburt.
Niemand konnte diesem Mädchen ansehen, welchen Weg ihr Leben einmal nehmen würde oder welche Freude auf Maria wartet und welches Leid sie einmal tragen muss. Und trotzdem feiert die Kirche genau diesen Tag.
Mir sagt das: Gott wartet nicht, bis ein Mensch etwas geleistet hat, sondern er beginnt seine Geschichte viel früher. Und zwar mit einem Menschen, dessen Weg noch ganz offen ist.
Ich merke, wie oft ich anders denke und darauf warte, dass alles ganz klar wird. Ich möchte mir möglichst sicher sein und keine Fragen offenlassen. Aber diesen Augenblick wird es wahrscheinlich nie geben.
Damals wusste ich nicht, wohin mich mein Weg als Priester führen würde. Im Rückblick bin ich froh, dass ich nicht noch länger gewartet habe, denn genau das bedeutet vertrauen und glauben: den nächsten Schritt zu wagen und darauf zu vertrauen, dass Gott mitgeht.
„An Maria Geburt, da fliegen die Schwalben furt.“
Mich begleitet diese alte Bauernregel heute durch den Tag. Nicht als Wetter- oder Jahreszeitregel, sondern als Erinnerung daran, dass Gott nicht darauf wartet, bis ich alles weiß. Vielleicht genügt es, wenn ich heute den nächsten Schritt gehe.
Einen guten und vertrauensvollen Tag wünscht Ihnen Pfarrer Andreas Möhlig aus Kornelimünster.
Diesen Satz habe ich oft als Kind gehört. Damals war das für mich einfach eine Bauernregel; so ein Satz, den ältere Leute eben sagten. Ich habe damals nicht weiter darüber nachgedacht, aber heute höre ich ihn irgendwie anders.
Ob die Schwalben tatsächlich am 8. September, dem Fest Maria Geburt, aufbrechen, weiß ich nicht. Wahrscheinlich richten sie sich eh nicht nach unserem Kalender. Und trotzdem gefällt mir dieses Bild, denn die Schwalben brechen auf, bevor der Winter kommt. Sie warten nicht, bis die Tage grau werden, sondern irgendwann fliegen sie einfach los.
Ich glaube, ich hätte länger gewartet: Denn wichtige Entscheidungen, die schiebe ich gern vor mir her.
Das war auch mit meinem Weg zum Priesteramt so. Der Wunsch, katholischer Priester zu werden, der war nicht plötzlich da. Der ist langsam in mir gewachsen. Anfangs tauchte der Gedanke immer wieder mal auf und verschwand dann genauso schnell wieder. Irgendwann ließ er mich aber nicht mehr los. Und trotzdem: Die Entscheidung, die hatte immer wieder hinausgeschoben. Nicht, weil ich mir ein anderes Leben gewünscht hätte, sondern weil ich vorher wissen wollte, wohin dieser Weg mich führt.
Heute, nach 11 Jahren als Priester, weiß ich: Das hätte ich damals gar nicht wissen können; keiner kann das.
Wenn ich mich für etwas entscheide, dann sehe ich nie den ganzen Weg. Ich sehe nur den nächsten Schritt. Das hatte mich damals verunsichert. Heute denke ich: Genau das gehört zum Leben dazu, denn vieles erschließt sich erst, wenn ich losgehe und eben nicht vorher.
Vielleicht denke ich deshalb heute anders über diese alte Bauernregel als früher: „An Maria Geburt, da fliegen die Schwalben furt.“
Sie erzählt für mich nicht nur von Schwalben und vom Ende des Sommers, sondern sie erzählt davon, dass es Zeiten im Leben gibt, in denen ich nicht länger warten sollte. Und genau deshalb passt dieser Satz für mich zum heutigen Tag, dem Geburtstag der heiligen Maria, der Mutter von Jesus.
Eigentlich ist es ein ungewöhnlicher Feiertag, denn die Kirche erinnert heute nicht an irgendetwas, das Maria getan oder geleistet hat, sondern feiert eben einfach ihre Geburt.
Niemand konnte diesem Mädchen ansehen, welchen Weg ihr Leben einmal nehmen würde oder welche Freude auf Maria wartet und welches Leid sie einmal tragen muss. Und trotzdem feiert die Kirche genau diesen Tag.
Mir sagt das: Gott wartet nicht, bis ein Mensch etwas geleistet hat, sondern er beginnt seine Geschichte viel früher. Und zwar mit einem Menschen, dessen Weg noch ganz offen ist.
Ich merke, wie oft ich anders denke und darauf warte, dass alles ganz klar wird. Ich möchte mir möglichst sicher sein und keine Fragen offenlassen. Aber diesen Augenblick wird es wahrscheinlich nie geben.
Damals wusste ich nicht, wohin mich mein Weg als Priester führen würde. Im Rückblick bin ich froh, dass ich nicht noch länger gewartet habe, denn genau das bedeutet vertrauen und glauben: den nächsten Schritt zu wagen und darauf zu vertrauen, dass Gott mitgeht.
„An Maria Geburt, da fliegen die Schwalben furt.“
Mich begleitet diese alte Bauernregel heute durch den Tag. Nicht als Wetter- oder Jahreszeitregel, sondern als Erinnerung daran, dass Gott nicht darauf wartet, bis ich alles weiß. Vielleicht genügt es, wenn ich heute den nächsten Schritt gehe.
Einen guten und vertrauensvollen Tag wünscht Ihnen Pfarrer Andreas Möhlig aus Kornelimünster.
