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Die Er-Fahrung des Lebens
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Kirche in WDR 3 | 29.01.2026 | 07:50 Uhr

Die Er-Fahrung des Lebens

Guten Morgen liebe Hörerinnen und Hörer!

Wie eine Schifffahrt dachten sich die alten Griechen vor 3000 Jahren das menschliche Leben. Man muss den sicheren Hafen verlassen, sonst fängt man nichts oder kann keinen Handel betreiben. Man muß das Ziel kennen, sonst segelt man im Kreis oder dümpelt ergebnislos vor sich hin. Man muss die Gefahren der Fahrt kennen, die Untiefen und Sandbänke und ja, auch die Sirenenklänge, die ziellose Verwirrung stiften. Das ist das Leben des Menschen, so die alten Griechen.

Aber sie dachten noch mehr. Sie dachten auch darüber nach, dass der Mensch nicht aus eigenem Entschluss eines Tages entschieden hatte, ins Leben zu treten und auf Lebensfahrt gehen zu wollen. Niemand von uns Menschen hat sich ja selbst gezeugt oder geboren, wir wurden gezeugt und geboren, und unsere deutsche Sprache erinnert noch daran, wenn sie davon spricht, dass ein Kind von der Mutter empfangen wurde. Passivisch beginnen wir, aktivisch müssen wir das Beste aus dem von uns vorgefundenen Dasein machen. „Wir sind aufs Meer des Lebens wider Willen geworfen“ sagen manche griechischen Dichter der Antike.

Und der große Held der griechischen Sage, Odysseus, wird zum Symbol des Menschen und seiner Lebensfahrt schlechthin: Er, der nach dem zehnjährigen trojanischen Krieg unverdrossen die Heimreise per Schiff antritt, um zu seiner geliebten und lang entbehrten Ehefrau Penelope auf der Insel Ithaka zurückzufahren und dabei die sprichwörtliche Odyssee erlebt. Wer wie Odysseus weiß, dass er sehnsüchtig erwartet wird, der kann den widrigen Winden und den vergänglichen Verlockungen trotzen in der Aussicht auf den Horizont, an dem irgendwann nach mühseliger Fahrt auf schwankender Planke Ithaka und die liebe Penelope auftauchen wird.

Die frühen Christen übernahmen dies Bild gern für die Fahrt des Menschen auf dem bewegten Meer des Lebens: Die Fahrt ist in den Augen Gottes schon gelungen – wenn wir sie nur wohlgemut und getrost beginnen und durchstehen, und sei es auch, dass wir zerfetzt und auf morscher Planke ans Ufer der Ewigkeit gespült würden. Und die frühen Christen erinnerten sich auch an König David im zweiten Buch Samuel der Bibel, der Gott ein Haus aus Stein anstelle des Zeltes bauen will. Woraufhin Gott den David recht unwirsch belehrt, er, Gott, werde David ein Haus, nämlich das Haus des Lebens bauen, nicht umgekehrt.

Und David versucht zu begreifen und betet im Text, den heute Katholiken weltweit lesen: „Du Gott hast Deinem Knecht die Offenbarung gegeben: Ich, der Herr will Dir ein Haus bauen!“ David erkennt das fundamentale Beschenkt-Sein von seinem Gott. An einen solchen Gott glauben die Christen: Gott, der uns losschickt und abfahren läßt und uns ein schwankendes Haus als Nußschale auf dem Meer des Lebens schenkt und uns ein Haus, besser gesagt: eine Wohnung in der Ewigkeit vorbereitet. Das entlastet und tröstet: Nicht wir müssen uns und unseren Hausgöttern Häuser bauen, die ohnehin der Tod (oder die Erben) einsammeln. Gott sorgt für uns und unser auskömmliches und wohnliches Haus, ganz in seiner Nähe.

Einen guten Tag wünscht Ihnen Monsignore Peter Schallenberg aus Paderborn.

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