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Kirche in WDR 2 | 28.09.2026 | 05:55 Uhr
Demokratie retten
Demokratie ist kein abstraktes Konzept, das in Berlin besonderes Personal für uns regelt. Demokratie, das sind WIR. Jeder. Jeden Tag. Und das Schönste? Jeder kann mitmachen – sofort. Los geht’s!
Erstens:
Kneipen retten die Welt!
Ein Politikwissenschaftler will, dass der Bund 10.000 neue Kneipen in
Deutschland sponsort – als Orte, an denen Menschen sich treffen, streiten,
lachen. Warum warten? Geh heute in Deine Stammkneipe, setz Dich zu Fremden und
rede mit ihnen. Über alles.
Zweitens: Toleranz heißt Zuhören.
Dein Opa fährt Diesel? Frag ihn mal, warum. Und wenn Du der Opa bist: Zieh nicht über Klimaschützer her. Hör einfach mal zu. Denn ein Gespräch funktioniert nur, wenn man zulässt, dass der andere Recht haben kann.
Drittens:
Rede mit dem Nachbarn.
Ja, auch mit dem. Mit dem, dessen Meinung Du nicht teilst, weil sie Dir zu
rechts ist. Du musst ja nicht einer Meinung sein – aber ein ‚Guten Morgen‘
kostet nichts und öffnet Türen.
Viertens:
Verlass Deine Komfortzone!
Nur linksliberale Medien? Probier` mal die Neue Zürcher Zeitung. Nur
konservative Podcasts? Hör mal in einen queer-feministischen rein. Du wirst überrascht
sein, wie unterschiedlich man die gleichen Erlebnisse interpretieren kann.
Fünftens:
Talkshows sind kein Vorbild.
Politik ist kein Wettkampf, wer am lautesten schreit. Die klügsten Gedanken
werden oft leise gesagt.
Sechstens:
Schätze wert, was Du hast.
Öffentlich-rechtliche Sender nerven Dich? Schau nach Ungarn. Dort ist die
Pressefreiheit jahrzehntelang eingeschränkt worden. Bei uns ist sie
selbstverständlich. Also: Bleib kritisch, aber dankbar.
Siebtens:
Respekt ist kostenlos.
Politiker nerven Dich? Kritik ist okay. Aber persönliche Angriffe? Nein.
Wer anonym hetzt, ist kein Held. Er ist ein Feigling.
Achtens:
Nutze Deine Rechte!
Streiks stören Dich? Dann engagiere Dich oder geh wenigstens wählen.
Jede Stimme zählt. 70 % der Weltbevölkerung leben in Diktaturen. Die beneiden Dich um Deine Freiheit.
Neuntens:
Die Deutsche Bundesbahn ist kein Grund für Pessimismus.
Ja, Verspätungen sind nervig. Aber: In der NS-Zeit war die Bahn ein Werkzeug
des Terrors. Heute ist sie ein Werkzeug der Freiheit. Also: Ärgere Dich über
Verspätungen, nicht über die Demokratie.
Zehntens: Die AfD hat bei älteren Frauen am wenigsten Zuspruch. Die haben den Wiederaufbau miterlebt. Und beschützen unsere Demokratie.
Und zum Schluss: ein Blick in die Bibel:
Bergpredigt: ‚Behandelt andere so, wie ihr selbst behandelt werden wollt.‘ (Matthäus 7,12) – oder anders gesagt: Demokratie beginnt mit Respekt. Und der fängt bei Dir an.
Also: Mach mit. Heute. Denn: Demokratie ist etwas, das wir jeden Tag neu leben müssen.
Quellen: https://www.spiegel.de/wirtschaft/demokratie-zehn-alltagstipps-wie-jeder-einzelne-sie-staerken-kann-a-1648a28e-3c59-40df-bba7-fa4dac8bd821 zuletzt abgerufen am 06.09.2026
Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius
