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Kirche in 1Live | 09.10.2026 | floatend Uhr
Friedhofsclown
Ein Clown auf dem Friedhof. Gibt´s! Z.B. auf dem Erfurter
Hauptfriedhof. Mit roter Nase, schwarzem Frack und einem kleinen Koffer in der
Hand. Manchmal hilft er schweigend mit, das Grab der Partnerin sauber zu machen
oder er schrubbt den Grabstein der Oma. Oder er schenkt dem Kind, das am Grab
seines Geschwisterchens steht, einen Stein mit einem lächelnden Clownsgesicht.
Ist schon mutig, das zu machen. In so nem Moment. Aber: Finovo, so heißt der
Clown in Erfurt, hat echt `ne Menge Feingefühl. Das ist nicht albern. Das ist:
voll gut.
Und so entwickelt sich manchmal ein Gespräch, manchmal wird
auch einfach nur gelächelt, hin und wieder wird das Lieblingslied eines
Verstorbenen gesungen.
Finovo ist leise und vorsichtig. Der Clown bietet sich an in schweren Momenten.
Hinter Finovo steckt eine Frau. Eine Theologin, eine Trauerbegleiterin. Katrin
Lehmann-Buss will anders mit Leuten kontakten als: „Hallo. Wollen Sie reden?“
Dafür findet sie die Figur des Clowns perfekt. Sie sagt: „Ein Lächeln brauchen
Menschen auch wenn sie traurig sind.“ Dabei will sie die Trauer nicht
weglächeln, sondern für einen Moment erreichen, dass es nicht ganz so schwer
ist.
Und sowieso: ein Lächeln ermöglicht doch immer einen nächsten Schritt.
Johanna Vering, Münster
