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Kirche in 1Live | 21.04.2026 | floatend Uhr
Ein Werner für alle!
Ich wollte einfach nur in Ruhe Vokabeln lernen. Stattdessen ging’s dauernd um Krieg. Und mittendrin stand er: Werner.Das ist eine ziemlich typische Beschreibung von meiner Schulzeit. Werner war mein Englisch- und Lateinlehrer. Und bei ihm bekamen wir immer ein bisschen mehr als nur den klassischen Unterricht – ob wir wollten oder nicht. Bei Werner ging es nie nur um Grammatik oder Vokabeln. Wahlkampf, Kriege, Taliban – alles kam bei uns im Unterricht ganz aktuell auf den Tisch. Wie oft habe ich mir zwischendurch einen stinknormalen Unterricht gewünscht: Lückentexte, Dialoge, fertig – Ende.
Aber Werner hat nicht locker gelassen. Er wollte, dass wir alle verstehen, was draußen passiert. Dass wir nicht wegsehen, nur weil’s kompliziert ist. Werner war Christ und für ihn war klar: Glaube heißt hinschauen und den Mund aufmachen. Jesus war auch keiner für fromme Floskeln, sondern einer für Klartext!
Heute sitze ich jeden Tag fassungslos vor den Schlagzeilen: Trump mit seinen ganzen Lügen, die Epstein-Files, Iran und die Ukraine. Und manchmal ist mir das alles zu viel. Da würde ich mich am liebsten vor dieser Welt verstecken. Aber genau das habe ich bei Werner gelernt: Wegducken gilt nicht! Vielleicht war das seine wichtigste Lektion: Wir alle tragen Verantwortung dafür, hinzusehen und Haltung zu zeigen.
Solche Werners, die gibt’s auch heute noch. Lehrerinnen und Lehrer, denen es nicht nur um den Lehrstoff geht, sondern darum, Menschen zu bilden. Ich bin ziemlich dankbar dafür, dass ich Werner hatte.
Ela Kornek, Havixbec
