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Sonntagskirche | 10.05.2026 | 08:55 Uhr

Muttis Bücher

Guten Morgen.

Heute ist Muttertag und der Gedenktag an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933. Und was zuerst so klingt, als würde es gar nicht zusammenpassen – das passt für mich doch sehr gut.

Denn meine Mutter – sie hat mir die Liebe zu Büchern vererbt. Ein Buch meiner Mutter ist mir in diesen Tagen besonders wichtig: „Die Weiße Rose“ von Inge Scholl. Die „Weiße Rose“ ist eine deutsche Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus in München Anfang der 1940er Jahre. (1942/43) Meine Mutter hat das Buch über die „Weiße Rose“ 1957, vor fast 70 Jahren (4. Oktober 1957) von ihrem Pfarrer im Konfirmandenunterricht geschenkt bekommen. Sie hatte da eine "besonders gute Arbeit über das Thema `Was sagt das Neue Testament über die Stellung des Christen zum Staat?`" geschrieben. In der Widmung, die der Pfarrer ihr vorne ins Buch geschrieben hat, heißt es:

"`Man muss Gott mehr gehorchen denn den Menschen.` (Apostelgeschichte 5,29)

Davon haben die jungen Menschen, von denen dieses Buch berichtet, etwas gewusst und haben danach gehandelt.

Wir dürfen sie nie vergessen."

Die Weiße Rose – sie hat Flugblätter gegen das nationalsozialistische Regime verteilt. Eine ihrer Vertreterinnen ist Sophie Scholl. Die Nationalsozialisten haben sie mit 21 Jahren hingerichtet. So auch ihren Bruder Hans und ihren Freund Christoph Probst und andere. Extreme Zeiten. Extremer Mut.

Zeiten, in denen man Bücher von Andersdenkenden öffentlich verbrennt. Ganze Welten damit von der Bevölkerung fernhält. Auslöschen will man sie. Diese Gedanken – und diese Menschen, die das eigene Weltbild stören, die Macht untergraben, die widerständig machen könnten. Diese Bücher und Menschen die zeigen: Die Welt könnte ja ganz anders sein – viel weiter, offener,…

Muttis Bücher sind für mich ein Tor zur Welt gewesen.

Meine Mutter hat schon als Kind den weiten Weg zur Stadtbibliothek zurückgelegt und Einkaufstaschen voller Bücher zurück nach Hause geschleppt. Ein – ihr ganz wichtiges Buch - aber lag schon zu Hause: Die Bibel ihrer Oma.

Muttis Bücher. Darunter das von der „Weißen Rose“ mit der Widmung ihres Pfarrers. Der seinen Konfirmandinnen und Konfirmanden die Welt aufgeschlossen hat. Mit dem Blick nach vorn und dem Blick zurück in die eigene Geschichte. Denn das gehört zur Freiheit dazu – aus der Vergangenheit lernen zu dürfen. So wie aus der Geschichte meiner alten Schule. Dem Max-Planck-Gymnasium in Dortmund.


Am 30. Mai 1933 wurden auf dem Dortmunder Hansaplatz unter Federführung des NS-Lehrerbundes und der SA Bücher verbrannt. Die Aktion wurde maßgeblich von einem Studienrat am damaligen Bismarck-Realgymnasium (dem Vorgänger des heutigen Max-Planck-Gymnasiums) vorbereitet und fand unter Beteiligung von Schülerinnen und Schülern statt. Als ehemalige Schülerinnen blicken wir zurück, um für das Heute zu lernen.

Sophie Scholl ist evangelische Christin gewesen. Sie hat mit Gott gerungen und gebetet. „Mein Gott, ich kann nichts anderes als stammeln zu Dir. Nichts anderes kann ich, als Dir mein Herz hinhalten, …“ (Tagebucheintrag, 29. Juni 1942) (1)

Mein Gebet für heute: „Gott, lehre mich beten – wecke in mir die Neugier zu lesen, zu hinterfragen, zu forschen und zu verstehen. Hilf uns, die Welt offen zu halten – in gedruckten Büchern und Zeitungen und in der digitalen Welt.“



( 1 ) Hans und Sophie Scholl, Briefe und Aufzeichnungen, hg. von Inge Jens, Frankfurt am Main 2003, 260f.

Informationen zur Bücherverbrennung in Dortmund und einer aktuellen Ausstellung: (alle Links zuletzt abgerufen am 10.04.26)


https://www.nordstadtblogger.de/der-hansaplatz-im-fokus-dortmunderinnen-erinnern-an-die-buecherverbrennung-von-1933/


https://rausgegangen.de/events/verbrannte-orte-bucherverbrennung-1933-in-deutschland-18/


https://www.dortmund.de/dortmund-erleben/veranstaltungskalender/termin_125724.html


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