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Glaube ist Muttersprache
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Kirche in WDR 3 | 13.05.2026 | 07:50 Uhr

Glaube ist Muttersprache

Guten Morgen.


Ich möchte Ihnen heute einmal erzählen, wie es kommt, dass ich Christ bin und Pfarrer geworden bin. Zunächst einmal ist das für mich ein Gottes-Geschenk. Es hat etwas Unverfügbares. Nichts, das ich einfach selbst gemacht hätte. Zugleich haben dabei verschiedene Menschen eine Rolle gespielt, besonders meine Mutter. Meine Mutter war keine große Kirchgängerin. Eigentlich ging sie immer nur an Ostern und Weihnachten oder, wenn in der Familie etwas war. Mehr war für sie Vereinsmeierei. Aber sie hat abends mit uns als Kindern gebetet, uns zum Kindergottesdienst geschickt und vor allem: Sie hat uns aus der Kinderbibel vorgelesen. Rauf und runter.


Da lagen wir also – meine Geschwister und ich – zu dritt irgendwo auf der Küchenbank oder halb auf dem Küchentisch. Und dann sind wir mit Mose durch die Wüste gezogen. Wir haben mit David Schafe gehütet und gegen Goliath gekämpft und sind mit Daniel in die Löwengrube gestiegen. Ägypten, Babylon und Jerusalem lagen bei uns auf der rot karierten Wachstuch-Tischdecke in der Küche.


Mein Glaube hat sich mit den Jahren gewandelt. Andere Menschen wurden wichtig. In der Kirche habe ich starke Gemeinschaft erfahren. Ich habe meinen eigenen Glauben hinterfragt, gezweifelt, Theologie studiert. Doch geblieben ist ein tiefes Urvertrauen in Gott, das damals in der Küche und am Kinderbett gesät wurde. Für mich ist Glaube Muttersprache.


Manchmal wird mir bei Gesprächen gesagt: „Ich will mein Kind nicht beeinflussen.

Es soll später einmal selbst entscheiden, was es glauben will.“ Und richtig ist: Glaube kann immer nur mein eigener Glaube sein. Es geht um Freiheit und ein letztes Vertrauen, das sich mir erschließen muss. Man kann niemanden zum Glauben bringen, nicht einmal sich selbst.
Aber meine Erfahrung ist: Ich brauche andere, die mir von ihrem Glauben erzählen. Die mir davon erzählen, was ihnen Liebe, Mut und Hoffnung gibt. Die mich Lieder, Gebete, Geschichten lehren, in die ich hineinwachsen kann. Die ich dann anprobieren kann wie Kleider, ob sie mir passen und meine Seele wärmen. Und auch wenn ich nicht mit meinen Kindern über Gott und Glaube spreche, auch dann präge ich sie. Wir können nicht „nicht kommunizieren“ – auch in religiösen Fragen.


Ich lade Eltern, Verwandte, Großeltern daher immer ein: Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, woran Sie glauben, was Ihnen im Leben wichtig ist. Kinder haben ein Recht auf religiöse Bildung. Auf Geschichten, Lieder und Gebete, mit denen sie groß werden, die sie ausprobieren können, damit sie sich dann wirklich einmal entscheiden können.


Als meine Mutter später im Pflegeheim war und ihr Leben zu Ende ging, waren meine Schwester und ich da und haben für sie gebetet, gesungen, die alten Psalmen gesprochen, die wir auch durch sie gelernt haben.


Glaube ist für mich Muttersprache. Ein tiefes Urvertrauen, das nur in Freiheit wachsen kann, wo und wann es Gott gefällt.
Doch dazu brauche ich andere Menschen, damit es mir begegnen kann. Und das sollten wir einander gönnen.


Ihnen einen guten, gesegneten Tag!

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und 5: )

Es grüßt Sie, Ihr Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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