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Ich liebe Dich
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Kirche in WDR 2 | 13.05.2026 | 05:55 Uhr

Ich liebe Dich

Ich sitze in einem überfüllten IC. Wir kommen von einer Jugendfreizeit zurück. Als endlich alle Jugendlichen mit ihren überdimensionierten Koffern einen Platz gefunden haben, schließe ich einen Moment die Augen und da hör ich's. Schräg hinter mir: „Ich liebe Dich!" – Laut. Einfach so.

Ich öffne die Augen und schau rüber. Ein junger Mann lächelt sein Telefon an und steckt es dann achtsam – so, als könne etwas darin zerbrechen – in die Hosentasche. Ich bemerke: Auch andere Reisende haben sich neugierig umgedreht. Mein Blick trifft den eines älteren Herrn. Wir schauen beide – wie ertappt – schnell weg.


‚Der traut sich ja was!', denk‘ ich und frag‘ mich: Was finde ich so mutig daran, einem geliebten Menschen zu sagen „Ich liebe dich!“?

Was mich beeindruckt, ist dieses öffentliche Bekenntnis. Dieses sein-Herz-Offenbaren und sich-nicht-daran-Stören, dass andere zuhören.

Von mir kenn‘ ich das anders. Klar, sag‘ ich meiner Frau „Ich liebe dich!“ Aber leise, wenn wir allein sind. So als wär's ein Geheimnis. Aber warum eigentlich? Von meiner Umwelt will ich als seriös, verbindlich, klar strukturiert wahrgenommen werden. Das Problem: Gefühle – auch die Liebe – stehen immer in dem Verdacht, alles durcheinander zu bringen.


Jesus hat das gewusst. Also, dass er die Leute durcheinander bringt mit seinen Reden darüber, einander wertzuschätzen, einander zu lieben. Und trotzdem sagt er zu seinen Freunden, kurz bevor er stirbt: So wie mein Vater mich liebt, so liebe ich euch. „Ich liebe euch!“

Jesus hat sich auch echt was getraut, denk‘ ich. Er sagt nicht: „Ich tue viel für euch" – obwohl das stimmt. Nicht: „Ihr seid mir wichtig" – obwohl das auch stimmt. Sondern: „Ich liebe euch!“ Und dass, obwohl er weiß, dass einer seiner Freunde ihn verraten wird. Dass die meisten von seinen Freunden fliehen werden. Die Liebe von Jesus ist ihnen vielleicht zu viel. Jesus sagt diese drei großen Worte trotzdem. Weil er seinen Freunden damit etwas schenken möchte, dass sie sich nicht selbst schenken können: Gewissheit.


Als wir aus dem Zug aussteigen, sehe ich den jungen Mann noch einmal. Und ich nehme mir vor, wenn mich meine Frau gleich abholt – egal wer zuguckt und zuhört – zu sagen: „Ich liebe dich!“


Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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