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Kirche in 1Live | 01.09.2026 | floatend Uhr
Der Satz, der bleibt
Da war plötzlich nur noch ich, mein Fahrrad und der Wind. Vorher war ich furchtbar aufgeregt. Mein erster Triathlon. Ich wusste nicht, ob ich mithalten kann. Viele waren in Triathlon Vereinen. Mein Wunsch war es nur, ins Ziel zu kommen und es zu schaffen.
Und dann war ich auf dem Rad. Wind im Gesicht. Zwischendurch keine Zuschauer. Keine Mitathleten. Kein Vergleich. Nur ich, mein Fahrrad und der nächste Kilometer. Und plötzlich waren auch die Gedanken leiser. Die Frage, ob ich schnell genug bin oder ob die anderen besser sind. Für ein paar Minuten war das alles einfach nicht wichtig.
Später, im Ziel, standen meine Freunde. Sie haben gejubelt und gerufen: „Wir sind so stolz auf dich!“ Komischerweise erinnere ich mich an diesen Satz viel mehr als an den Moment des Zieleinlaufes. Natürlich war ich auch stolz auf meine Zeit. Ehrlich gesagt freue ich mich bis heute darüber. Aber der Satz ist hängen geblieben. Vielleicht, weil wir Erwachsenen solche Sätze viel zu selten hören.
In der Bibel gibt es diesen Moment, als Jesus getauft wird. Noch bevor er ein Wunder tut oder eine Predigt hält, sagt Gott zu ihm: „Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.“ Ich mag diesen Gedanken, dass da vorher nicht Leistung steht, sondern Zuspruch.
Vielleicht gilt der auch uns. Nicht erst, wenn wir im Ziel ankommen. Sondern schon auf dem Weg.
Sprecherin: Lisa Kielbassa
Redaktion: Landespfarrerin Julia-Rebecca Riedel
