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Kirche in WDR 5 | 16.10.2026 | 06:55 Uhr
Du planst - Gott lacht
Guten Morgen,
kennen
Sie den: Wie kann man Gott zum Lachen bringen? Indem man Pläne macht. Der Witz
bringt auch mich zum Lachen. Denn das kenne ich: Ich plane und plane – und dann
geht der eine Plan nicht auf, der andere wird irgendwie durchkreuzt… Da klappt
manches nicht - vielleicht weil ich ein paar Tage krank bin oder Menschen einfach
nicht zu erreichen sind, die ich unbedingt sprechen muss oder ständig etwas
anderes ist, was mich davon abhält, mich mal in Ruhe an den Schreibtisch zu
setzen. Oder ein anderes Beispiel: Ein Gremium trifft eine Entscheidung oder
verständigt sich auf einen Prozess, und es geht einfach nicht vorwärts damit: weil
es deutliche Widerstände gibt. Verantwortliche in Kirchengemeinden erleben das
gerade, wenn sie sich für die Zukunft neu aufstellen. Da muss dann zum Beispiel
ein Gebäude anders genutzt werden oder gar eine Kirche aufgegeben werden. Klar,
dass sich da Widerstand regt. Manche hängen an den Gebäuden, weil sie dort konfirmiert
wurden, geheiratet haben oder seit Jahrzehnten da den Gottesdienst besuchen.
Viele Kirchen und Gemeinderäume sind mit der eigenen, ganz persönlichen
Lebensgeschichte verbunden – und dann ist es verständlich, wenn man traurig
oder ärgerlich ist, wenn das Gebäude anders genutzt oder sogar aufgegeben oder
abgerissen wird. Aber die, die verantwortlich sind, bringt das auch ganz schön
zum Seufzen.
Man kann es aber auch aus einer anderen Perspektive sehen. Letztens hat jemand
es so formuliert: „Was deine Aufgabe behindert, ist deine Aufgabe.“ Nicht die
generalstabsmäßige Umsetzung eines Plans - noch dazu im vorgesehenen Zeitplan -
ist die Kunst, sondern mit dem umzugehen und das auszuräumen, was dem im Weg
steht. Klar führen Widerspruch und Gegenwind zu Verzögerung, wenn ich sie ernst
nehme. Sie können aber auch nochmal zu neuem Nachdenken bringen, den
eingeschlagenen Weg bestätigen oder wichtige Umsteuerungen oder Korrekturen
bewirken. Wenn ich sie nämlich nicht nur als lästige Behinderung sehe, sondern
als eine Aufgabe, die mir gestellt ist. Wenn man solche Widerstände bearbeitet
und mit den Menschen in den Austausch geht, kann man auch viel Akzeptanz
erreichen für den eigenen Plan. Der kann sogar noch gewinnen durch neue
Anregungen. Natürlich muss vieles geplant werden, keine Frage. Aber besser ist,
jeder Plan hat auch noch Luft zum Innehalten und gegebenenfalls Umsteuern. Und
ist nicht von vornherein komplett festgezurrt. Als Christin würde ich das so
sagen: Es muss Raum sein für das Wirken von Gottes gutem Geist in all unserem
Planen. Nicht umsonst sagt man auch: Der Mensch denkt, Gott lenkt. Oder er
lacht eben, wenn wir meinen, als Menschen alles in der Hand zu haben. Unsere
Pläne gehen eben nicht immer eins zu eins auf. Und manchmal ist das im
Nachhinein betrachtet auch gut so.
Ihnen einen gesegneten Tag. Bleiben Sie gelassen bei den Dingen, die sich Ihnen heute in den Weg stellen – es sind Aufgaben, keine Hindernisse - und hoffen Sie darauf, dass Gott durch seinen Geist mitwirkt.
Ihre Barbara Schwahn, Krefeld.
Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze
