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Bergwandern: Näher bei Gott? Wandern hochalpin
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Das Geistliche Wort | 11.10.2026 | 08:40 Uhr

DIESER BEITRAG ENTHÄLT MUSIK, DAHER FINDEN SIE HIER AUS RECHTLICHEN GRÜNDEN KEIN AUDIO.

Bergwandern: Näher bei Gott? Wandern hochalpin

O-Ton: Katrin Scheiber: Mein Partner ist schon mal vor meinen Augen abgestürzt. Also der hat auch sein Leben verlieren können. Und das war schon ziemlich, ja, eine tragische Situation oder heftige Situation.


Autor: Wir gehen heute, zum Ende der alpinen Wandersaison, in die Berge. Und das ist eine Grenzerfahrung – in vielfacher Hinsicht. Eben auch gefährlich. Nicht nur für mich als Flachlandtiroler ohne echte Bergerfahrung. Ich treffe auf Kathrin Scheiber, eine taffe junge Frau, 38 Jahre alt, die Berge sind ihre Welt. Mit ihrer Familie lebt sie seit Jahren in Vent, ein Dorf ganz am Ende vom Ötztal in Tirol. Ihr Mann ist abgerutscht und nur knapp über einer Felswand irgendwie zum Halten gekommen.


O-Ton: Katrin Scheiber: Wir haben noch Glück gehabt. Alles ist gut gegangen. Und ja, da denkt man schon so: Ja, man muss einfach in Gott vertrauen und einfach Glück haben. Und das hatten wir in dem Fall.


Autor: Und doch sind die Berge auch faszinierend. In dieser Saison waren wieder viele in den Alpen unterwegs. Bergwandern ist für mich etwas wie Pilgern. Ich finde zu mir selbst, finde innere Ruhe. Und es hat auch etwas Religiöses.


O-Ton: Sonja: Viele Wege führen zu Gott. Einer der schönsten über die Berge.


Autor: Ein altes Tiroler Sprichwort. Ich möchte gerne wissen, warum das so ist. Begleiten Sie mich heute Morgen ins Tiroler Bergland nach Vent. Dort, wo oben in den Bergen der Ötzi, jener geheimnisvolle Mann aus dem Eis gefunden wurde, und wo ein Pfarrer vor 166 Jahren zu einer Schlüsselfigur wurde für den modernen Alpinismus. Eine Wanderung für die Seele. Es geht um Leben und Tod. Es geht um die großen Fragen des Lebens.


Musik 1: „Fields of Gold“, Dominic Miller aus dem Album „Silent Light“ / Musik:
Gordon Mathew Sumner (Sting), Label: ECM, LC 02516


Autor: Bin ich Gott in den Bergen wirklich näher? Ich möchte es genauer wissen und frage noch mal nach bei Kathrin Scheiber, ihre Familie lebt seit Generationen im oberen Ötztal, sie führt dort das „Kaufhäusl“, das letzte Lebensmittelgeschäft bevor nur noch Steige in die Gletscherwelt und nach Südtirol hinüberführen.


O-Ton: Katrin Scheiber: Man geht los. Man sieht dann die unberührte Natur und einfach die faszinierende Bergwelt. Und wenn man da so vor sich hingeht, man spürt einfach die Stille und die Ruhe. Allein das ist für mich schon sehr spirituell.


Autor: Spirituell – das Wort ist schon eine Botschaft für sich, es geht auf das lateinische Wort „Spiritus“ zurück, was Geist bedeutet. „Spiritus sanctus“ ist der Heilige Geist. Aber es bedeutet auch „Hauch“, „Atem“. Also spirituell hat viel damit zu tun, dass ich wahrnehme, wie ich atme. Dass ich überhaupt atme. Also lebe. Mit jedem Atemzug. Eigentlich schade, dass ich dafür erst ins Gebirge gehen muss, um das zu spüren.


O-Ton: Katrin Scheiber: Und ja, man kann den Alltag und die Ruhe und den Stress und die ganzen Sorgen hinter sich lassen. Für mich ist das eigentlich schon sehr spirituell. Man hat einfach Zeit zum Nachdenken.


Autor: Ja, mit dem bewussten Einatmen und Ausatmen verändern sich die Gedanken. Das ist spannend zu erleben. Ich atme frische Luft ein und komme auf neue Gedanken. Und mir wird bewusster, was ich sonst so jeden Tag so einatme: da ist viel Ärger dabei. Auch Sorgen: Mein Vater ist jetzt gestorben, wie geht es mit meiner Mutter weiter? Meine Familie, die Gesundheit? Auch Ärger, wie sich unsere Gesellschaft spaltet, der Klimawandel, die Weltpolitik. Es tut gut, hier oben mit etwas Abstand am Berg zu sein. Etwas über den Dingen stehen. Das hat Wirkung: Dinge stellen sich anders da, sortieren sich neu, es kann sich etwas lösen.


Ich gehe los (Atmo-Audio: Schritte auf den Berg) und treffe Peter. Auch er ist Venter durch und durch. Hat lange ein Hotel im Tal geführt, in Vent immerhin schon auf 1900 Höhenmeter, und sich dann entschieden, noch höher ins Gebirge zu ziehen als Hüttenwirt. Ein Stück näher bei Gott? Ich frage ihn gleich.


Musik 2: „Nightingale“ Heide Pixner, aus: Herbert Pixner Projekt „Summer“ 2017 / Musik: traditional, adapted: Heidi Pixner, Three Saints Records, LC 48685


O-Ton: Peter Scheiber: Die Stille glaube ich, da bist du am nächsten am Herrgott, glaube ich. Die Stille und ein schöner Platz.


Autor: Mit der Stille am nächsten beim Hergott. Und der schöne Platz, das ist seine Hütte, die Martin Busch-Hütte 600 Meter oberhalb von Vent auf 2.500 Meter. Viele, die die legendäre Alpenquerung machen, in einer Woche von Obersdorf nach Meran auf dem Wanderweg E5, die kommen hier vorbei. Peter Scheiber hat die Entscheidung nicht bereut, sein Hotel im Tal der Tochter zu überlassen und hier oben was Neues zu beginnen. Manchmal braucht das Leben, braucht die Seele Veränderung. Und das ist ihm gelungen und hat für ihn viel mit Stille zu tun.


O-Ton: Peter Scheiber: Weil Stille das schönste Geräusch ist für mich. Nichts – ist das Schönste, was es gibt. Da wirst du nicht abgelenkt von irgendwelchen Gedanken oder so, da bist du in einer leichten Trance drinnen. Und das bist du da unten, wenn du Autogeräusche oder auch ein Flussgeräusch hörst, wirst du nie so rein haben.


Autor: Ich frage mich: Halte ich Stille aus? Ist mein Aktionismus im Leben nicht auch eine Flucht davor, mich den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu stellen? Was ist wirklich wichtig? Wovor habe ich Angst? Kann ich vertrauen?


Ich habe in einem Kloster vor Jahren auf einem Schild gelesen „Gott spricht zu dir in Stille“. Ich habe es nicht vergessen, aber es wirkte damals nicht. Es war auch sehr rummelig im Kloster. Hier oben in den Bergen kann es auch rummelig sein, aber man findet immer einen ruhigen Ort.


O-Ton: Peter Scheiber: Mit jedem Höhenmeter entspannst du dich einfach mehr. Und das Gehirn schaltet komplett ab, alles blendet aus. Und du denkst nur noch an dich und an alles Persönliche. Und umso mehr ich gehe, umso mehr ich mich anstrenge, umso ruhiger, umso mehr merke ich auch, dass ich dem näher komme.


Autor: Nämlich Gott – Ja, Gott kann man in den Bergen finden. Aber Voraussetzung ist, dass ich selbst innerlich zur Ruhe komme. Und Voraussetzung ist auch, dass ich mich bewege, auslaufe im wahrsten Sinne des Wortes, sich gehen lassen. Eine Lebenskunst. Ich danke Peter. Auch dafür, wie er mir und unserer lauten Gesellschaft den Spiegel vorhält:


O-Ton: Peter Scheiber: Stille ist nichts. Wenn du nichts hörst, dann kannst du dich auf dich besinnen. Und da kannst du in dich gehen. Ich glaube, dass das nicht mehr viele Leute können, nichts zu hören. Und das ist, glaube ich, etwas, was der Seele sehr, sehr guttut.


Musik 3: „Prélude“ Herbert Pixner Projekt, aus: Herbert Pixner Projekt „Schian!“ 2022 / Musik: Herbert Pixner, Three Saints Records, LC 48685


Autor: Wir sind in Vent am Ende des Ötztals in Tirol. Vielleicht dem Pionierdorf des Alpentourismus. Und das hat viel mit einem Pfarrer zu tun. Dem „Gletscherpfarrer“ Franz Senn. Er kam vor 160 Jahren in dieses Dorf, das damals nur über einen kleinen Ziehweg überhaupt erreichbar ist, und im Winter fast gar nicht. Und auch seine Geschichte passt zu dem alten Tiroler Sprichwort: „Viele Wege führen zu Gott. Einer der schönsten über die Berge.“ Angelika Klotz, sie ist Krankenschwester, Bergführerin und Skilehrerin, liebt die Geschichte von Franz Senn:


O-Ton: Angelika Klotz: Also der Franz Senn hat ja den Tourismus nach Vent gebracht und er war auch sehr berg-affin, sage ich. Er hatte die Berge geliebt, hat Bergführer ausgebildet und war selber Bergführer, hat auch das ganze Bergführerwesen dann als Beruf etabliert, weil sonst wären die Bauern sicher irgendwann abgewandert.


Autor: In Vent baut Pfarrer Franz Senn die von einer Lawine zerstörte Kirche wieder auf und feiert mit den wenigen armen Familien Gottesdienst (Atmo-Audio: Venter Kirchenglocken). Er legt vor allem aber Wanderwege an und beherbergt die ersten Gäste in seinem Pfarrhaus.


Der Pfarrer Franz Senn wirkt weit, weit über Vent hinaus. Er ist Mitbegründer des Deutschen Alpenvereins, der sich bis heute verdienstvoll um den Erhalt der Berghütten und Wege in den ganzen Alpen kümmert.


Es ist vor allem der soziale Antrieb, der den Seelsorger bewegt: Die armen Bergbauerfamilien im Venter Tal sollen mehr verdienen können und eine Perspektive für ihr Leben bekommen. Franz Senn zeigt, wie Menschen aus dem Glauben heraus den Blick haben, wo Menschen in Not sind und wie man ganz konkret helfen kann. Auch das gehört für mich dazu, wenn wir heute über Erfahrungen mit Gott in den Bergen nachdenken.


Die Geschichte von Franz Senn hier in Vent hat aber auch eine dramatische Seite. Franz Senn verliert seinen besten Kumpel im Schneesturm:


O-Ton: Angelika Klotz: Ja, das war der Cyprian Granbichler, also den hat er auch als Bergführer ausgebildet und das waren sehr dicke Freunde. Sie waren jedes Jahr in Meran im Urlaub. Und die Katastrophe ist passiert, weil der Franz Senn gesagt hat: „Du, Cyprian, ich muss nach Vent, ich habe Allerheiligen-Messe und ich muss diese Messe lesen.“ Und die sind dann los gestapft, 30 Stunden durch Schnee und Eis und Wind und tief verschneit sind die eingebrochen bis zu den Hüften.


Musik 4: „Scirocco, Herbert Pixner Projekt, aus: Herbert Pixner Projekt „Summer“ 2017 / Musik: Herbert Pixner, Three Saints Records, LC 48685


O-Ton: Angelika Klotz: Und der Cyprian hat es nicht mehr gepackt – „Ich kann nicht mehr.“ Und dann ist der Franz Senn gegangen und hat Hilfe geholt, die Bauern. Und wie sie reingekommen sind, hat er nur kurz gelebt, und dann ist er gestorben. Und das war natürlich eine tiefe, tiefe Krise von Franz Senn, weil er hat gedrängt: „Wir gehen weiter.“ Das war´s Drama!


Autor: Ein Bergdrama. Eine Tragödie. Was Treue bedeutet, hier in den Bergen stellt sich die Frage noch einmal ganz neu. Wann halte ich aus? Wo gehe ich mit? Wo aber auch nicht. Treue bis in den Tod? Große Fragen – keine einfache Antwort. Auch nicht für die Bergführerin Angelika Klotz:


O-Ton: Angelika Klotz: In diesem Fall ist Treue schlecht ausgegangen. Generell finde ich Treue schon was Gutes, aber man sollte immer noch abwägen: Wird es lebensgefährlich oder nicht? Immer kann man es nicht, aber hinten raus, natürlich kann man so darüber denken. Ja, Treue zu einem Freund ist immer gut. Und sie waren Bergführerfreunde, private Freunde. Darum finde ich das schon eine schöne Treue.


Autor: Richtig glücklich geworden ist Franz Senn nach diesem Drama in Vent nicht mehr. Er hat sich versetzen lassen weiter runter ins Tal. – Das Leben ist verletzlich, bedroht. Auch diese Erfahrung gehört hier oben in den Bergen immer mit dazu. Und immer auch Demut und Respekt vor der Natur.


O-Ton: Angelika Klotz: Ich habe sehr wohl Lawinen erlebt, wo es sehr knapp her gegangen ist. Jetzt nicht auf den Wanderungen, aber private Ereignisse. Und da fängst du schon an zu denken und das bringt dich dann auch wieder zurück zum Glauben. Denke dass ich dann immer sage: Da gibt es doch was Größeres. Und da tut es mir gut, wenn ich sagen kann: Bitte beschütze mich oder schau auf uns oder hilf uns. Da ist dann einfach eine Kraft da, die man nicht sieht, die einfach da ist für mich.


Musik 5: „Wild Brambles“ Heidi Pixner aus: Heidi Pixner „erinnern“ 2026, Musik: Heidi Pixner / Eigenlabel: Heidi Pixner


Autor: In Lebenskrisen lerne ich noch einmal neu, was Vertrauen heißt. Auch eine Erfahrung in den Bergen. Aber auch, dass es keinen Anspruch darauf gibt, dass nichts passiert, und dass einen auch der Glauben nicht davor schützt. Aber der Glaube gibt trotzdem Kraft. Fängt einen auf, wo man selbst keinen Halt mehr hat. Am Ende sogar im Tod. Daran erinnert ein Gebet in der Bibel, dass mich gerade hier oben (Atmo-Audio: Venter Weideschaf-Glocken), zwischen alle den Schafherden, die einem laufend begegnen, besonders berührt:


Sprecherin: Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.


Autor: Psalm 23, eines der persönlichsten Gebete der Bibel. Mit der Erfahrung, dass mich der Glaube eben nicht über die dunklen Täler des Lebens hinwegführt, aber sicher hindurch. Ein kleiner, aber wichtiger Unterschied.


Also, wie ist das nun mit Gott in den Bergen? Ich frage auch die Bergführerin und Krankenschwester Angelika Klotz, die schon zu erkennen gibt, wie wichtig ihre Religion ist, die auch gerne, wie sie sagt, in die Kirche geht, wenn auch nicht jeden Sonntag. Bin ich Gott nun in den Bergen näher?


O-Ton: Angelika Klotz: Eigentlich schon, aber ich denke, das ist nur Einbildung, weil Gott kann ich überall nahe sein. Ob ich nun in der Stadt bin oder am Meer oder am Berg. Aber eben durch die Höhe glaube ich, denkt man sich einfach: Jetzt bin ich näher am Himmel, jetzt bin ich näher bei Gott, also von der Seehöhe her. Aber das bildet man sich ein quasi.


Autor: Mit dieser offenen, ehrlichen Antwort habe ich nicht gerechnet. Sind die Pilgerwege in die Berge, die Bergkreuze doch nur Folklore? Am Ende auch nur meine Flucht für den Augenblick, weil ich im Alltag unten im Tal keine Zeit habe und mich auch nicht wirklich traue, mir die Fragen nach dem Sinn Lebens zu stellen?


Sprecherin: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe??Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.


Autor: heißt es in einem weiteren Gebet in der Bibel, auch ein Psalm. Auch kritisch gegenüber aller „Bergverklärung“. Ein Text 2.500 Jahre alt. Die Erfahrung: Auf den Bergen gibt es erst einmal keine Hilfe. Auch wenn wir sehnsüchtig dorthin wandern. Zu der Zeit, als dieses Gebet entstand, bauten die Menschen auf den Gipfeln viele Opferstätten und Tempel. „Ja, Hilfe gibt es“, sagt der Psalmbeter, „aber nicht bei irgendwelchen Berggeistern, sondern bei Gott – und Gott finde ich gerade nicht an diesen Bergheiligtümern, sondern unten im Tal, mitten im Leben.“


Musik 6: „Bei mir bist du scheen“ von Tyrol Music Project, aus TMP „bunt“ 2016 / Eigenlabel von Tyrol Music Project


Autor: „Viele Wege führen zu Gott. Einer der schönsten über die Berge“ sagt doch die Tiroler Weisheit. Was bleibt davon, überlege ich und schaue hinauf zu Gipfeln. In Vent viele über 3.000 Meter hoch. Auf allen stehen Bergkreuze. Welche Botschaft haben sie?


Kritische Stimmen beklagen schon länger die „christliche Vereinnahmung“ der Alpen. Es gibt die Diskussion, ob die Zeit der Gipfelkreuze nicht eigentlich vorbei ist. Was ist mit den anderen Religionen? Was mit denen, die nicht glauben? – Kathrin Scheiber, die das „Kaufhäusl“ in Vent führt, hat da eine ziemlich klare Meinung:


O-Ton: Katrin Scheiber: Also ich bin so aufgewachsen, ich kenne es nur so und für mich, wenn ich auf einen Gipfel gehe, wo kein Kreuz oben steht, dann fehlt irgendwie was für mich, ja weil für mich gehört das irgendwie dazu, so ein Gipfelkreuz.


Autor: Und auch die Bergführerin Angelika Klotz findet:


O-Ton: Angelika Klotz: Mir gefällt das. Für mich gehört es dazu. Und ich möchte, dass die Kreuze bleiben. Für mich ist das schon ein Zeichen für Jesus Christus, der uns begleitet, der für uns gestorben, aber auch auferstanden ist. Und eben die Krönung quasi, wenn man am Gipfel ankommt, dann das Kreuz findet, das ist schon sehr wichtig.


Autor: Die meisten Kreuze in den Alpen sind übrigens erstmals errichtet worden von Heimkehrern aus den beiden Weltkriegen. Die sich geschworen hatten, wenn ich diese verdammte Hölle von Krieg überlebe, dann stelle ich zuhause ein Kreuz auf, auf meinem Hausberg. Viele Gipfelkreuze sind also ein Zeichen der Dankbarkeit fürs Leben, fürs Überleben. Wenn ich das weiß, sehe ich die Kreuze noch einmal mit ganz anderen Augen.


Musik 7: „Bei mir bist du scheen“ von Tyrol Music Project, aus TMP: „bunt“ 2016 / Eigenlabel von Tyrol Music Project


Autor: Ja, ich habe Gott in den Bergen gefunden. Aber vor allem in den Erfahrungen der Menschen, die ich getroffen habe. Die mir erzählt haben, wie wichtig es ist, innere Stille zu finden, auch Respekt vor der Natur, vor der Schöpfung. Die mich haben spüren lassen, wie gefährdet unser Leben ist und was Gottvertrauen bedeutet – und dass das ganz viel mit Dankbarkeit zu tun hat.


Ich komme wieder, in die Berge. Gehe jetzt aber erst einmal etwas demütiger in meinen Alltag. Und ich versuche auch hier im Tal, gute, segensreiche Orte der Stille zu finden. Und ich hoffe, Sie finden sie auch. – Ihr Pfarrer Joachim Gerhardt von der evangelischen Kirche in Bonn.


Musik 8: „Emaix” von Tyrol Music Project, aus TMP: “bunt” 2016 / Eigenlabel von Tyrol Music Project



Redaktion: Pfarrer Dr. Titus Reinmuth

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