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Kirche in 1Live | 29.10.2026 | floatend Uhr
Joggen gehen
Seit vielen Jahren gehe ich mit einem guten Freund regelmäßig joggen. Obwohl er zehn Jahre älter ist, war er schon immer besser in Form als ich. Immer bin ich diejenige, die bei Steigungen schneller schlapp macht und sich für die kürzeren Routen entscheidet. Und nicht nur beim Joggen geht es mir so. Beim Musikmachen, beim Quiz, beim Jahresgehalt und an der Kasse im Supermarkt: Immer gibt es jemanden, der schneller ist, immer jemanden, der besser ist, mehr verdient oder schlauer ist.
Søren Kierkegaard hat einmal gesagt: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Oder, um es in den Worten der Bibel zu sagen: „Wer gelassen und ausgeglichen ist, lebt gesund. Doch der Eifersüchtige wird von seinen Gefühlen zerfressen.“(1)
Ich habe gemerkt: Ich will nicht immer versuchen, so zu sein wie die anderen. Ich will mich nicht vergleichen. Ich will nicht nur auf meine Schwächen schauen, sondern auch auf meine Stärken. Was kann ich gut? Was macht mich einzigartig? So verliert das Vergleichen seine Kraft. Ich werde zufriedener. Gelassener. Deshalb gehe ich immer noch gerne mit meinem Freund joggen – auch wenn ich immer ein bisschen hinterherhinke. Dafür kann ich aber besser Gitarre spielen.
Quellen:
(1) Sprüche 14,30
Sprecherin: Lisa Kielbassa
Redaktion: Landespfarrerin Julia-Rebecca Riedel
