Aktuelles
Der „ungläubige“ Thomas
--
X
-----

Beiträge auf: wdr5 

katholisch

Kirche in WDR 5 | 03.07.2026 | 06:55 Uhr

Der „ungläubige“ Thomas

Einen wunderschönen guten Morgen! Heute feiern viele christlichen Kirchen einen besonderen Heiligen. Thomas ist sein Name. In manchen Regionen Indiens wird heute sogar richtig groß gefeiert. Denn: Der Überlieferung nach brachte Thomas den christlichen Glauben bis Indien, näher nach Kerala. Dort soll er im Jahre 72 als Märtyrer gestorben sein. Nun hat Thomas nicht den Beinamen „der Indienmissionar“ erhalten. Vielmehr kennen Christen ihn auch hierzulande als: der „ungläubige Thomas“. Denn Thomas wollte zunächst nicht daran glauben, dass dieser Jesus von Nazareth von den Toten auferstanden ist. Das Zweifelnde an diesem Thomas passt gut in unsere Zeit. Im April habe ich von einer Umfrage unter Christen gelesen[1]. Von den Mitgliedern evangelischer Landeskirchen glauben nur 29 Prozent an die leibliche Auferstehung von Jesus, in der römisch-katholischen Kirche sind es 38 Prozent. Das sind ernüchternde Zahlen. Dabei geht es um die zentrale Glaubensaussage des Christlichen. Es geht um Ostern! In den frühesten Zeugnissen der Christen macht der Apostel Paulus in einem seiner Briefe sehr deutlich, welche Bedeutung die Auferstehung Jesu hat:

„Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube“ (1 Kor 15, 12-1)

Das ist unmissverständlich. Warum aber zweifelte dann schon Thomas? Weil er nicht dabei war, als der auferstandene Jesus durch die geschlossenen Türen zu seinen Jüngern kam – erzählt die Bibel. Und dann folgt der berühmte Satz des „ungläubigen Thomas“:

Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht“ (Joh 20,25b).

Thomas fordert Beweise - handfeste Beweise. Die Bibel fährt fort: Als Jesus acht Tage später wieder seinen Jüngern erscheint, lädt er Thomas ein, die Wundmale zu ertasten. Und Jesus fordert Thomas auf, nicht ungläubig, sondern gläubig zu sein. Die Bezeichnung „ungläubiger Thomas“ geht also auf Jesus selbst zurück und dennoch finde ich sie nicht ganz fair. Denn er ist ja nicht ungläubig; er will es nur genau wissen. Und: wer möchte nicht Gewissheit? Vielleicht liegt aber genau hier ein Grund dafür, warum selbst Christen sich heutzutage mit der Auferstehung schwertun – wie die zitierte Umfrage gezeigt hat. Das mit der Gewissheit im Glauben ist so eine Sache. Glauben und Wissen sind zwei unterschiedliche Dinge. Glauben ist wissenschaftlich nicht beweisbar. Darauf weist Jesus den Thomas ja im Grunde hin. Glauben ist immer auch ein Wagnis und hält die Unsicherheiten des Nicht-Beweisbaren aus - durch ein Vertrauen, dass vielleicht durch Erfahrungen gewachsen ist. Allzu Glaubensgewisse sind mir daher meist eher etwas suspekt.

Konrad Adenauer hatte dem Evangelikalen Prediger Billy Graham gegenüber mal gesagt:
„Wissen Sie, als Katholik muss man nicht so sicher sein; da genügt es, wenn man den aufrichtigen Wunsch hat, glauben zu können. Glauben ist eine Gnade, die kann man nicht erzwingen.“

Und ich glaube: da ist was dran. Mein Name ist Peter Krawczack aus Düsseldorf. Und ich wünsche Ihnen heute, am Thomastag, Erfahrungen, die nichts erzwingen, die aber Ihren Glauben stärken.

[1] „Glaube und Heimat“, April-Ausgabe


katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen (copyright)
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen (copyright)
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen (Kirche im WDR)