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Kirche in 1Live | 25.04.2026 | floatend Uhr
Das weiße T-Shirt
Samstagmorgen und ich hole mein weißes T-Shirt aus dem Kleiderschrank. Klingt unspektakulär, ist es auch. Aber: Dieses eine weiße T-Shirt sitzt einfach megagut. Der Stoff fühlt sich schön fest an, das hat genau den richtigen Anteil Stretch. Der Kragen ist so schön abgesteppt. Es hat einfach ‚ne gute Form. Und wenn ich es dann auch noch frisch gewaschen entfalten darf – super! Ich ziehe es an und fühle jedes Mal: „Jo. Das passt!“
Mit diesem weißen Lieblings-T-Shirt gehe ich immer auf Nummer sicher. Da ist kein großes Nachdenken vorm Spiegel nötig, kein ständiges Zuppeln und Zupfen und Rumkombinieren mit zwölf verschiedenen Unterteilen. Dieses weiße Shirt funktioniert einfach – und ich bin ich.
Klar, ich mag auch echt viele andere Sachen in meinem Kleiderschrank ganz gern: Mein pinker Blazer und die Leopardenhose rufen: „Hallo, hier komme ich!“ An manchen Tagen liebe ich dieses Gefühl. Aber eben nicht immer. Mein weißes T-Shirt ist einfach safe und verlässlich.
Und ich hab‘ letztens gedacht: Vielleicht ist das mit meinem Glauben an Gott genauso. Der fühlt sich nicht jeden Tag besonders an. Es ist halt nicht immer Ostern oder Weihnachten. Ich habe auch nicht jeden Tag die größten religiösen Gefühle oder eine krasse Erkenntnis über das Leben oder so. Die meisten Tage ist mein Glaube einfach irgendwie da und ich fühle: „Jo. Das passt!“
Glaube ist nicht immer der pinke Blazer oder die Leopardenhose. Manchmal ist er einfach safe und verlässlich dabei. Und das reicht, um ein bisschen sicherer durch den Tag zu gehen.
Ela Kornek, Havixbeck
