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Kirche in WDR 3 | 20.01.2026 | 07:50 Uhr
Barack Obama
Autor: Guten Morgen!
Wir kommen gerade noch rechtzeitig. Auf der Straße des 17. Juni, mitten in Berlin, direkt vorm Brandenburger Tor, steht die große Bühne. Es ist 2017, Kirchentag in Berlin, orange Schals überall. Und auf diese Bühne kommen gleich: Angela Merkel und Barack Obama!
Zehntausende sind gekommen, um vor allem Obama zu sehen – ich auch. Er war ein paar Monate vorher von Donald Trump abgelöst worden. Gute anderthalb Stunden geben Merkel und Obama ein gemeinsames Interview.
An eine Stelle erinnere ich mich fast wörtlich. Obama wird über Erfolge und Misserfolge seiner Präsidentschaft gefragt, und er erzählt von seiner Gesundheitsreform. Als Präsident wollte er 100 Prozent der Menschen in eine Krankenversicherung bringen. Das hat er nicht geschafft, sagt er, aber immerhin 20 Millionen Menschen haben durch ihn eine erschwingliche Krankenversicherung bekommen.
Und dann sagt er:
Sprecherin: „Ich verstehe mich selbst als Staffelläufer. Ich bekomme den Staffelstab, laufe mein Rennen und gebe den Stab dann an die nächste Person weiter. (…) Wir sind ja Menschen. Wir werden es niemals perfekt hinbekommen, wir werden niemals alle Probleme lösen. Und dann kommt irgendwann die Nächste oder der Nächste, und wir geben den Staffelstab ab. Und dann haben wir die Welt hoffentlich ein bisschen besser gemacht.“ (1)
Autor: Barack Obama wurde heute vor 17 Jahren zum ersten Mal als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Er war der erste Schwarze in diesem Amt – darüber haben sich Menschen auf der ganzen Welt gefreut. Ich bin sicher, nicht nur ich vermisse eine hoffnungsvolle und menschenfreundliche Stimme aus dem Weißen Haus.
Das Bild vom Staffelstab habe ich mir gemerkt, auch wenn der Sprint nie meine starke Disziplin war. Der große, perfekte Schritt gelingt mir meistens nicht. Es sind die kleinen Schritte, mit denen es vorangeht. Oft langsamer, als es ungeduldigen Menschen wie mir lieb ist, aber immerhin: Es geht voran.
In der Bibel sagt Jesus:
Sprecherin: „Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, ist es auch in den großen.“ (2)
Autor: Jesus meint: Deine Haltung sieht man vor allem in den vielen kleinen Dingen, die du jeden Tag tust.
Um die Welt zu verbessern, musst du nicht Präsidentin oder Präsident sein. Du musst keine Heldentaten vollbringen, aber du sollst die kleinen Taten mit großer Liebe tun, so gut du es kannst.
Ein afrikanisches Sprichwort sagt es so:
Sprecherin: „Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern.“
Autor: Lassen Sie uns das heute machen: Die Welt ein bisschen besser.
(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und 5:)
Quellen:
(1) https://www.youtube.com/watch?v=PXrmmVMnUg4 (ab 00:1:34), Übersetzung Riesenberg. (zuletzt abgerufen am 04.01.26)
(2) Lukas 16,10 (BasisBibel).
Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze
