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Kirche in WDR 3 | 03.04.2026 | 07:50 Uhr

Sieben Worte

Guten Morgen.

Karfreitag – das ist kein Tag zum Wohlfühlen. Es ist ein Gedenktag an einen grausamen Tod. Die Kreuzigung von Jesus Christus. Es ist schwer, die Bilder von damals und die Bilder von heute auszuhalten. Bilder von Folterungen, von Verletzten aus den Kriegen. Wie oft schaue ich weg, weil es mir zu viel wird. Und auch als Jesus am Kreuz stirbt, sind es nur einige wenige, die bei ihm bleiben und zuschauen. Zumeist sind es Frauen, die unter dem Kreuz stehen oder zumindest von Ferne zuschauen. Er ist schwer zu ertragen, sein langer Todeskampf am Kreuz. Was sind das für Menschen, die sich eine solche Strafe ausdenken? Der Karfreitag widerspricht meiner Sehnsucht nach schnellen Lösungen. Er zwingt mich auszuhalten, dass nicht sofort alles gelöst wird, dass nicht sofort alles gut wird.

Die Erzählungen von Jesu Kreuzigung in der Bibel berichten von letzten Worten, die Jesus gesprochen haben soll. Und die die Menschen unter dem Kreuz hören. Sieben unterschiedliche Worte sind es. „Sieben Worte vom Kreuz“ heißt deshalb ein Musical, das wir letzte Woche bei uns in Lemgo mit über 700 Sängerinnen und Sängern aufgeführt haben. Es nimmt diese Worte von Jesus am Kreuz auf.

Marie und Ben heißen die Hauptfiguren im Musical. Sie bringen ihre Verletzungen mit, ihre offenen Fragen. Sie verbinden sich mit den sieben Worten vom Kreuz.

Mich berührt an diesem Abend vor allem ein Wort von Jesus. Im Musical ist es das letzte Wort. Es ist der Satz, der am Ende stehen bleibt: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (1) Jesus spricht diese Worte, als nichts mehr zu regeln ist. Als keine Kraft mehr bleibt, etwas festzuhalten. Jesus spricht diesen Satz nicht aus einer Sicherheit heraus, sondern aus der äußersten Ohnmacht.

Ben, die Figur im Musical, kennt diese Ohnmacht. Seine Mutter liegt im Koma. Er kann nichts tun, kann nichts sagen. Er kann nichts erzwingen, kann nichts regeln. Dabei wartet er so verzweifelt auf ein Zeichen der Liebe, der Anerkennung von seiner Mutter. Und er merkt, wie sehr ihn das innerlich leer werden lässt.

Auch Marie, der Ben im Musical begegnet, kennt diese Ohnmacht. Sie hat Entscheidungen getroffen. Sie wollte ihr Leben gestalten und merkt nun, wie einsam sie dabei geworden ist. Die Geschichte der beiden verbindet sich miteinander und mit dem Kreuz. Sie finden hier keine Lösungen. Dafür aber etwas anderes. Diesen letzten Satz: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Mit diesen Worten betet Jesus einen Satz aus den Psalmen, dem Gebetbuch seines jüdischen Glaubens. Dieses Gebet ist eine Bewegung. Ich gebe ab, was ich nicht mehr tragen kann. Ich vertraue mich an, ohne Sicherheiten. Ben und Marie vertrauen ihre Sorgen, ihr Leben Gott an und schöpfen Hoffnung.

Karfreitag – ein Gedenktag an die Kreuzigung Jesu. Ein Tag, der mich erinnert: Ich kann abgeben. Was unfertig bleibt, was schmerzt, was ich nicht lösen kann, lege ich in Gottes Hände. Ich lege mein Leben nicht in meine Hände, nicht in meine Kontrolle und auch nicht in die Erwartungen anderer. Ich lege es in Gottes Hände, und entdecke den Halt darin. Denn ich falle nicht tiefer als in Gottes Hand.


(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5:)

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Karfreitag.

Ihr Dietmar Arends aus Detmold.



Quellen

1. Lukas 23,46 – Einheitsübersetzung



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


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