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Kirche in WDR 3 | 23.10.2026 | 07:50 Uhr
Gott ist ein guter KFZ-Meister
Einen guten Freitagmorgen
wünsche ich Ihnen und sollten Sie schon mit dem Auto unterwegs sein, dann
können Sie vielleicht besonders gut nachempfinden, was mir passiert ist. Mein
Auto ist 19 Jahre alt, 180.000 Kilometer drauf. Wegen kleiner
Selbst-Reparaturen mit Kabelbinder und Panzertape weiß ich, dass der fällige
Termin beim TÜV kein Spaziergang mit Picknick wird. Also bringe ich meinen
Wagen zum Vorab-Check zu meiner Vertragswerkstatt, bei der ich von Anfang an
Kunde bin und der ich vertraue. Ergebnis: „Oh, Herr Kürble. Da ist aber Vieles
im Argen.“ Der Kostenvoranschlag im mittleren 4-stelligen Bereich weist mich
direkt zur Neu- und Gebrauchtwagenabteilung. Inzahlungnahme? „Nein! Aber wir
entsorgen den für sie kostenlos.“ Da ich mich nach so langer Zeit aber auch
nicht so einfach von meinem Wagen trennen will, gebe ich ihm eine 2. Chance bei
einer freien Werkstatt. Nach 3 Stunden ruft mich der Werkstattleiter an und
sagt: „Alle klar, die Plakette ist erteilt. Wir mussten allerdings zwei
Birnchen austauschen. Die waren kaputt. Das macht dann mit Gebühren 180 Euro.“ Glauben
Sie mir, so schnell war ich noch nie irgendwo, um etwas abzuholen, wie an
diesem Tag bei meinem Auto.
Natürlich habe ich aus diesem Erlebnis etwas gelernt. Und zwar: „Selig sind die KFZ-Mechaniker, die nicht zuerst Kasse machen wollen. Denn ihnen gehört das Vertrauen der Kundschaft.“
Aber im Ernst: Ich weiß auch nicht wie, aber als ich da so meinen Wagen abgeholt habe, da habe ich gleich gedacht: „über den Meister hier hätte Jesus sicher auch erzählt“.
Immerhin hat Jesus ganz oft in alltäglichen Bildern gesprochen: Da ist die emsige Hausfrau, die fegt, bis sie das verlorene Geldstück endlich gefunden hat. Da ist der barmherzige Vater, der mit offenen Armen seinen Sohn erwartet, auch wenn der so tief gesunken ist, dass er nach Schweinestall stinkt. Da ist der Herr des Hauses, der sich bei seiner Rückkehr die Schürze anzieht und die Dienerschaft bedient. Jesus hat über Gott im Alltäglichen gesprochen. Und ich glaube recht sicher, hätte es vor 2000 Jahren schon Autos und den TÜV gegeben, er hätte von Gott auch erzählt als gutem KFZ-Meister.
Wo andere sagen „Nein, der bringt´s nicht mehr. Den Typ kannst du vergessen. Was ein Schrott, was für ein Versager.“ Da geht der gute KFZ-Meister hin und schaut ganz genau nach. Er sieht liebevoll auf jedes Detail und erkennt vor allem, was alles gut läuft, was wertvoll ist, was vielleicht nur ein Tröpfchen Öl braucht. Er betrachtet von allen Seiten. Ich bin sicher, so macht der Gott, an den ich glaube, es auch mit den Menschen, auch mit mir. Ich habe sicher auch manchmal eine durchgebrannte Birne in mir oder eine Schraube locker. Aber Gott, der verwirft mich nicht.
Ich kann ihm vertrauen und - noch viel mehr – der vertraut mir, dass bei mir alles gut läuft. Und auch ohne TÜV-Plakette gibt er mir die Gewissheit: Du bist in Ordnung.
Ich bin Martin Kürble und
wünsche Ihnen aus Düsseldorf, dass Sie heute diese Gewissheit auch spüren – für
sich und alle Menschen. Haben Sie eine gute Zeit.
