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Sonntagskirche | 02.08.2026 | 08:55 Uhr
Der Glaube muss an die frische Luft
Guten Morgen. Da wir diese kleine Sendung
vorproduzieren, weiß ich nicht, ob es heute so ist, aber: Die frische
Morgenluft, die ich oft an solchen Sonntagmorgen erlebe, hat schon etwas ganz
Besonderes. Herrlich – tief durchatmen, das hat etwas von Befreiung, von
Energie tanken. Ja – frische Luft tut gut. Ist letztlich
lebensnotwendig. Das war auch der Grundgedanke von einem ökumenischen Projekt,
das hier, in Jüchen, während der Sommerferien läuft. Die „Sommerkirche“ geht
nach draußen, an Orte, an denen eher selten Gottesdienst gefeiert wird. Jeden
Feriensamstag um 17 Uhr laden wir ein: auf einen Bauernhof, einen Marktplatz,
in einen Garten, an ein Schützenhaus, auf einen Dorfplatz, an ein kleines
Kapellchen. Das Motto haben wir uns „geklaut“: Der Glaube muss an die frische
Luft! Vielleicht erinnern Sie sich an den Bestseller von Hape Kerkeling und den
gleichnamigen Kinoerfolg über den „Jungen“, der „an die frische Luft“ muss. Zu
Jüchen jedenfalls passt das Motto prima, denn Julius Weckauf, der
Hauptdarsteller von dem Film, der stammt aus einem unserer Dörfer. Aus dem
Motto sind dann sechs kurze, thematische Gottesdienste geworden. Immer geht es
darum, wie der Glaube mal an die frische Luft gehen kann. Sechs mal geht es
„Raus aus…“ . Raus aus den vier Wänden, raus
aus der Stille, raus aus der Sicherheit, der Schwere, der Einsamkeit. Das Bild
der „frischen Luft“ ist der rote Faden: atmen, aufbrechen, Weite spüren,
lebendig werden.
Und
da frische Luft bekanntlich hungrig und durstig macht, endet jede Sommerkirche
mit einem kleinen, gemütlichen Beisammensein bei kühlen Getränken und einigen
Leckereien vom Grill – natürlich auch für Vegetarier. Einen kleinen Bezug zum
Film gibt es dann noch ganz am Schluss: einen Eierlikör. Wie sagte Julius
Weckauf noch in der Rolle des kleinen HaPe Kerkeling in einer viel belachten
Szene: „Das Leben muss ja irgendwie weitergehen…“
Damit werden die Sommerkirchen-Besucherinnen und -Besucher dann in den noch jungen Samstagabend und den Sonntag entlassen. Mir macht die Sommerkirche immer wieder viel Spaß – denn hier lässt sich ganz niederschwellig Freude und Frische von Glauben und Kirche erfahren. Jenseits aller Tradition – und doch gleichzeitig mittendrin. Mitten in den Sommerferien kleine Urlaube, ohne große Entfernungen zurücklegen zu müssen. Und gleichzeitig erfinden wir das Rad nicht immer wieder neu: Der Ablauf des Gottesdienstes ist ganz einfach und immer wieder der gleiche – so wird das Ganze nach und nach vertraut; der thematische Inhalt rückt vor die vertraute Form und wirkt gleich viel besser.
Die Erfahrung mit den ersten Sommerkirchen hat gezeigt, dass es neben einer fast festen Gruppe „Mitreisender“, die jeden Gottesdienst besuchen, immer wieder viele Menschen gibt, die spontan vorbeikommen. So, wie sie sind: in sommerlicher Freizeitkleidung, bunt gemischt durch alle Altersstufen, unabhängig von Religions- oder Konfessionszugehörigkeit. Das macht auch mir als Mitgestalter der ökumenischen Sommerkirche Freude und stärkt mich wieder für den Alltag der kommenden Woche. Allen wird bewusst: Der Glaube, wenn er „an die frische Luft“ kommt, ist vielfältig und bunt, ist einladend, schließt niemanden aus, wird zu einem echten Energieträger.
Gute Energien an diesem Sommer-Sonntag – das wünsch ich Ihnen!
[KN1]Das
ist mir etwas zu detailliert…. Und da ich oben noch mal den Bezug zu Kerkelings
Buch etwas mehr erläutern würde - das hier besser streichen.
