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Kirche in WDR 2 | 07.01.2026 | 05:55 Uhr
Wie kommt das Neue in die Welt
Die tägliche Routine. Wenn es gut geht, heißt das meistens:
Aufstehen, Bad und so weiter. Je nach persönlichem Bedürfnis, Geschmack oder
Notwendigkeit. Wenn es gut geht. Wenn es nicht so gut geht, kann das heißen: Kaum
sind die Augen auf, will ich sie wieder zumachen, weil: Mich quälen die Fragen,
die Ansprüche oder Erinnerungen. Soll ich oder soll ich nicht? Kann ich oder
nicht? Darf ich überhaupt? Routine hilft. Also Dinge zu tun, weil ich mich
einmal entschlossen habe sie zu tun, ohne jedes Mal neu darüber nachzudenken.
Tun vor Denken, sozusagen und natürlich erst recht: Tun vor Fühlen. Weil: Es
geht ja nicht um Lust oder Unlust, sondern um Entscheidung.
Weil: Nicht alle
Gewohnheiten sind hilfreich, sondern ein Gefängnis, in dem ich funktioniere.
Irgendwie. Gut. Manchmal heißt Leben: funktionieren, - aber auf Dauer?
Also: Wie kommt das Neue in die Welt? In meine Welt, in meinen Alltag natürlich. Wie gesagt: Mal angenommen, es gibt da einen Hauch von Unzufriedenheit mit den eigenen Routinen. Wie kommt das Neue in die Welt? Cool ist natürlich, an dieser Stelle sagen zu können: blöde Frage. Ich mache einfach etwas Neues, wenn ich etwas anders und damit eben neu machen möchte. Freier Mensch, freier Wille und so weiter. Wenn es klappt: Respekt. Funktioniert natürlich nicht immer. Mein Wille macht des Öfteren, was er will, nicht was ich will.
«Siehe, ich mache alles neu» sagt Gott, (Off.21,5). Wie kommt das Neue in die Welt? Offensichtlich durch Gott. Gott tut etwas. Und nirgendwo steht, dass Gott mich vorher fragt. Ob es mir passt und wenn ja, wann und wie ich es gerne hätte. Nö. Gott macht. Was und wie Gott will.
Als Christ glaube ich, dass ich an Jesus sehe, wie Gott ist.
Könnte also sein: Das fremde Neue ist anders, sogar vielleicht besser, als ich es mir vorstellen kann.
In Dein Ohr spricht Gott: Und siehe, ich mache alles neu.
Was, wenn es tatsächlich möglich wäre?
Nur für Heute. Auszuhalten, was ich nicht aushalten will. Zu tun, was ich nicht tun will. Zu danken, für das, was nicht Ergebnis meiner Leistung ist.
Ich mache alles neu, spricht Gott. Kann gut werden.
Redaktion: Rundfunkpastorin Sabine Steinwender-Schnitzius
