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Feiertag der Begeisterung
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Hörmal | 25.05.2026 | 07:45 Uhr

Feiertag der Begeisterung

Wenn es nach Teilen der Wirtschaft ginge, soll es heute bald nicht mehr geben. Also: den heutigen Feiertag, Pfingstmontag.

Die Konjunktur kommt nicht in die Puschen und so wird vorgerechnet, ein Tag mehr Arbeiten würde da helfen. Heißt es also bald am Pfingstmontag: „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt – wir steigern das Bruttosozialprodukt?“

Ich bin mir da nicht so sicher, ob wir damit wieder produktiver werden. Denn das eine ist ja „Dienst nach Vorschrift“, mehr Arbeitsstunden. Das andere ist doch die Qualität der Arbeit; das, wofür Deutschland in der Welt bislang bekannt ist: „Das Land der Dichter und Denker“. Oder wie es seit ein paar Jahren heißt: „Deutschland: Land der Ideen“. Brauchen wir nicht gerade das? Neue Ideen für das Morgen?

Natürlich braucht es Arbeit für neue Ideen. Manchmal auch Schweißarbeit. Der berühmte Erfinder, Thomas Alva Edison, hat mal gesagt: „Ein Genie? Das sind 99 Prozent Transpiration und nur 1 Prozent Inspiration“[1]. Aber ganz ohne Inspiration geht es eben nicht.

Und übersetzt heißt „In-Spiration“ nun mal „Einhauchung“. Und gerade das besingen Christen weltweit an Pfingsten – dem Fest des Heiligen Geistes: „Nun hauch uns Gottes Atem ein“, heißt es da in einem uralten Kirchenlied. Pfingsten ist das Fest der Inspiration.

Nun gestehe ich, dass auch wir Christen etwas stiefmütterlich mit unserem Fest umgehen. Vielerorts fragen auch Gemeinden: Warum sollen wir am zweiten Tag noch mal feiern? Und überhaupt: „Begeistert“ kommen die Kirchen oft nicht rüber – eher etwas angestaubt, kraftlos, müde….uninspiriert?

…ich darf ja mal träumen….

Wie wäre es, wenn wir den heutigen Tag nicht zum Arbeitstag machen, sondern zu einem wirklichen Fest der Begeisterung?


Und das nicht nur in den Kirchen, sondern überall? So richtig groß: im Sport, in der Kultur, in der Wirtschaft, ja – auch gerade in den großartigen Nerdigkeiten und Tüfteleien! Wo wir alles das feiern, was im vergangenen Jahr geklappt hat, erfunden wurde, komponiert und entworfen? Vom Schalke-Aufstieg bis zur neusten Medizintechnik?

Würde das nicht unser Land mehr voranbringen als ein Tag mehr „Nine to Five“? Schon der Vater des „Wirtschaftswunders“, Ludwig Erhard, wusste: „Wirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie.“ Und mir scheint: Wir stecken auch mental in der Krise. Eher kollektiv im „Blues“ – mit Hang zum Burnout – als in der Unterbeschäftigung. Wir brauchen mehr Begeisterung und Nach-Vorne-Gehen. Ähnlich wie die Jüngerinnen und Jünger, die nach dem Tod von Jesus erstmal zusammen gehockt und etwas ängstlich waren. Bis der Heilige Geist sie quasi umgehauen hat. Dann gingen sie raus - aber so richtig befeuert. Selbst Sprachbarrieren waren dann kein Thema mehr.

Was für ein „Ruck“ wäre das, würden wir mehr die Begeisterung feiern – und damit vielleicht auch mehr begeistert werden…

[1] https://www.aphorismen.de/zitat/18991


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