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Kirche in 1Live | 08.05.2023 | floatend Uhr
Tag der Befreiung
Ich sehne mich immer mehr nach dieser Schlagzeile in den Infos: Der Krieg in der Ukraine ist vorbei. Und das, obwohl wir hier bei uns ja gar nicht direkt vom Krieg betroffen sind. Aber statt dieser guten Nachricht kommen weltweit gefühlt immer mehr Unruheherde dazu. Heute wird in vielen Ländern an das Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht. In Deutschland ist der 8. Mai leider kein staatlicher Feiertag. Ich finde es aber grade im Moment total wichtig, dass wir uns gemeinsam daran erinnern, dass Frieden ja möglich ist. Dass es möglich ist, ein lebensverachtendes System und ideologischen Wahnsinn zu überwinden und so zusammenzuleben, dass jeder Mensch einen Platz hat.
In meinen Stadtteilen hier
in Düsseldorf leben viele ukrainische Flüchtlinge. Einige von ihnen haben
gestern eine Wallfahrt gemacht. Das bedeutet, sie sind zusammen mit Leuten aus
unserer Gemeinde nach Kevelaer gefahren, um gemeinsam für den Frieden zu beten.
Stimmt schon: Ich kann nicht viel gegen den Krieg machen. Aber
immerhin das: Gemeinsam hoffen, stabil bleiben
im Widerstand gegen jedes Hass schürende Gedankengut und mich einsetzen für ein
friedliches Zusammenleben, indem ich meinen Alltag danach gestalte. Ich kann meine
Haltung deutlich machen für eine offene
Gesellschaft, die Andersdenkende und Andersfühlende nicht ausschließt
und die Menschen Schutz und Heimat gibt. Ohne Kompromisse. Ohne Wenn und Aber. Bis
ich endlich irgendwann die utopische Schlagzeile höre, dass alle Kriege ein für
alle male zu Ende sind.
Martin Kürble, Düsseldorf