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Kirche in WDR 2 | 29.04.2014 | 05:55 Uhr

Modegrammatik

Gestern beim Einkaufen ist es mir wieder passiert. Ein prüfender Blick wandert über mein neues Outfit, der Kopf der Oberbekleidungsfachfachverkäuferin knickt leicht zur Seite, dann folgt eine kleine Staupause und mein Gegenüber sagt: „Mmmh, ich denke, in Ihrem Alter sollte man das nicht mehr tragen“. Dieser Satz verfolgt mich. Ob beim Schuhkauf auf die Absatzhöhe bezogen oder bei der Rockauswahl auf die Länge, ob beim Friseur als Reaktion auf den gewünschten Haarschnitt oder bei der Auswahl von Schmuck, immer wieder werde ich mit diesem Rat konfrontiert. Mittlerweile weiß ich, dass ich damit nicht alleine bin, meine Schwester, Freundinnen oder Kolleginnen berichten von der gleichen Erfahrung. „Mustermix sollten sie in ihrem Alter vermeiden. Versuchen Sie doch lieber in einer Farbfamilie zu bleiben.“

Nun habe ich die Frage „Gibt es eine Modegrammatik für Frauen ab 40“ einer großen, bekannten Frauenzeitschrift gestellt. Schnell bekam ich eine freundliche Antwort. Im Anhang steckten zwei Artikel, die meine Frage beantworten sollten. In der ersten Datei fand ich ein kleines Regelwerk zum Kleidungsverhalten ab 35 Jahren. Es war ein Artikel mit kleinen Mode -Tipps: z.B. ein Richtwert für die angemessene Rocklänge, ein Orientierungswert für die Absatzhöhe und ein Verbot für tiefe Ausschnitte. Als ich den zweiten Artikel „aufklickte“, musste ich laut lachen. Eine schicke Modestrecke präsentierte mir Schauspielerinnen und Sängerinnen zwischen 50 und 70 Jahren in genau dem Outfit, das man mir in den Mode-Regeln zuvor verboten hatte. Tiefe Wasserfallausschnitte, Highheels, enganliegende sexy Kleider…

Mir hat der Mailwechsel mit den Fachleuten einmal mehr bewiesen, dass wir es uns umsonst schwer machen. Wir müssen uns keinem Kleidungszwang unterwerfen, weder als Frau noch als Mann. Überhaupt nimmt das, was man darf bzw. nicht darf Überhand. Unser Land scheint Regeln und Verbote über alles zu lieben.

Fahrrad ohne Helm fahren, Hawaiihemden und weiße Socken tragen, Anglizismen benutzen, den Rasen betreten: VERBOTEN!

In geschlossenen Räumen rauchen, in Gegenrichtung parken, Gartenschläuche in Garagen lagern, Lichterkette auf der Hutablage: VERBOTEN.

Staubsauger mit mehr als 900 Watt, Wildschweine mit der Kamera überwachen: VERBOTEN. Wir leben in einer maßgeregelten Republik, 250.000 Verordnungen haben wir mittlerweile zu befolgen.

Dabei leben wir doch eigentlich in Freiheit. Wir besitzen eine Persönlichkeit, unseren Verstand, Erkenntnis und damit die Fähigkeit zu einer eigenen Entscheidung. Die Meinung der Mehrheit ist längst nicht immer eine gute Richtschnur und die vielen Regeln und Verordnungen auch nicht. Mir hilft für mein Verhalten im Beruf und im Privaten mein christlicher Glaube. Er macht mich frei, unabhängig von den Meinungen und dem Geschmack der Anderen. Das Evangelium hat eine freimachende Botschaft. Sie befreit mich, von den äußeren wie inneren Fesseln. Die einzige Einschränkung: Unsere Freiheit darf nicht auf Kosten der anderen gehen.

Natürlich ist die Freiheit eines Christen für höhere Aufgaben bestimmt, aber sie macht auch vor unserem Kleiderschrank nicht Halt. Wenn wir zu einem schöpferischen Gott gehören, dann können wir dies auch kreativ nach Außen zeigen.

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