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Kirche in WDR 2 | 13.08.2014 | 05:55 Uhr

Besser als ihr Ruf.

Großraum- oder 6er-Abteil? Wenn Sie auch oft Zug fahren müssen kennen Sie die Frage. Normalerweise wähle ich immer Großraum. Mein Eindruck ist: Mit vielen Leuten um mich rum habe ich im Idealfall eher meine Ruhe. Und die hab ich im Zug gerne. Und, ich gebe zu, als Frau hab ich in diesen kleinen 6er-Abteilen schon unangenehme Situationen erlebt. Stichwort: betrunkene, aufdringliche Mitfahrer allein mit mir im Abteil. Das brauch ich nicht. Dem geh ich aus dem Weg.

Neulich hatte ich jedoch keine andere Wahl: Der Zug schien nur aus 6er-Abteilen zu bestehen. Ausgerechnet bei einer Fahrt, die viele Stunden dauern sollte. Also habe ich in den sauren Apfel gebissen, und mich zähneknirschend zu einer Dame ins Abteil gesetzt.

Und was soll ich sagen? Unverhofft kommt zwar im Leben gar nicht so oft, aber das hier wurde die angenehmste Zugfahrt seit langem. Die meiste Zeit konnte ich in Ruhe lesen. Mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch gekommen, war aber auch nett. Die besuchten eine Freundin und fuhren dafür eine ganz schön lange Strecke an einem Tag zweimal. Mit einem Mann habe ich später zusammen über Zugansagen gescherzt, und als es im Ruhrgebiet zu Büroschluss proppenvoll wurde, gaben wir einem Klappfahrrad Asyl zwischen unseren Füßen.

Eine unaufdringlich angenehme Fahrt also, die ich mit ziemlich gemischten Gefühlen begonnen hatte. Ich hatte sogar ziemlich schlecht von Menschen gedacht, die mir noch gar nicht begegnet waren. Aber: Fremde Menschen können oft besser sein als ihr Ruf.

Natürlich: ein gewisses Grundmisstrauen gegenüber Fremden ist uns vielleicht angeboren. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das manchmal angebracht ist.

Das macht die folgende Übung nicht leichter, aber auch nicht unmöglich. Und die könnte eigentlich jeder religiöse Menschen mal ausprobieren: Seit meiner schönen Zugfahrt setze ich mich hin und wieder ins Abteil und versuche, die Menschen um mich herum zu erfassen. Ich mustere sie nicht, aber ich versuche, sie im Blick zu haben und ich sage mir dabei: „Alles Gottes Ebenbilder“. Und das macht etwas mit meinem Gegenüber. Das macht ihn...weniger fremd.

Copyright Vorschaubild: Laure Wayaffe CCBY-SA 2.0 flickr)

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