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Hörmal | 01.06.2014 | 07:45 Uhr

Freundlichkeit

Da kommt schon wieder eine E-Mail rein, die mit drei Buchstaben vor dem Namen endet: "mfg".

Mfg Andreas", oder Susanne, oder wer auch immer meint, drei Buchstaben reichen aus.

"mfg", das hieß mal "mit freundlichen Grüßen". Aber warum schreibt man das dann nicht auch? Vielleicht haben sich irgendwann mal diese drei Buchstaben nach dem Eintippen automatisch in die drei Worte "Mit freundlichen Grüßen" verwandelt. Klingt ziemlich praktisch, dann braucht man nicht so viel zu tippen Aber dieser Trick mit der Verwandlung muss wohl nicht immer geklappt haben. Einige haben dann bestimmt aus Gewohnheit weiterhin nur "mfg" getippt. Und viele haben dann wohl oder übel diesen drei-Tasten-Gruß einfach übernommen.

Aber kann das denn wirklich freundlich sein, wenn man sich nicht mal die Mühe macht, diese 21 Buchstaben per Hand in die Tastatur zu tippen?

"mit freundlichen Grüßen". Aber so wirklich freundlich hört sich das ja immer noch nicht an. Klingt eher ein bisschen unpersönlich. Wer mir wirklich etwas Liebes schreiben will, schickt mir herzliche Grüße oder sogar liebe Grüße. Bei freundlichen Grüssen spüre ich gleich die Distanz. Da will jemand die Form wahren, aber ob der mir wirklich freundlich gesonnen ist???

"freundlich", was heißt das eigentlich? Oft geht es da doch nicht um echte Freunde, eher um Leute, die so tun, als wären sie ein Freund. Oft wird Freundlichkeit heute nur gebraucht, um ein Ziel zu erreichen. Ist sie nur Mittel zum Zweck?

In Zeiten der Bibel war das einmal anders. Da wurde Freundlichkeit als Wirkung des "Heiligen Geistes verstanden. Im biblischen Spruch für den Monat Juni heißt es: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Freundlichkeit steht genau in der Mitte dieser neun Begriffe. Das scheint also wichtig zu sein. Ich habe das Wort, das da ursprünglich auf Griechisch in der Bibel stand, einmal im Wörterbuch nachgeschlagen. Da steht, man kann es auch mit "Güte" oder "Milde" übersetzen. Eine schöne Deutung für Freundlichkeit. Ich lese aber auch noch: Das Wort für Freundlichkeit bedeutete ursprünglich "Brauchbarkeit".

Ist also Freundlichkeit doch nur ein Gebrauchsgegenstand, mit dem ich Kunden fangen kann, oder Briefempfänger milde stimme? Das kann doch wohl nicht sein! Aber wie konnten die alten Griechen so unterschiedliche Dinge wie Brauchbarkeit und Güte, Freundlichkeit und Milde mit einem Wort wiedergeben? Ich versuche es mal anders herum: "Nur der Mensch ist brauchbar, der gütig ist. Nur der Mensch ist freundlich, der selbst milde ist." Oder einfach kurz und Knapp: "Ein Freund ist da, wenn man ihn braucht."

Freundlichkeit wird in der Bibel als zentrale Wirkung des Heiligen Geistes beschrieben. Dieser Geist Gottes lässt mich zu seinem Freund werden. Er macht mich mit Güte und Milde zu einem brauchbaren Menschen, der selbst freundlich ist und anderen zum Freund werden kann. In diesem Sinne: "mfg".

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