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Kirche in WDR 2 | 13.12.2013 | 05:55 Uhr

Vater und Sohn

„Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich Euch auch.“ Ein starker Satz, den ein junger Mann zu seinen Freunden sagt. Seinen Vater hat er schon lange nicht mehr gesehen. Aber er hat von ihm eine Lebensregel: Wenn Du selbst geliebt wirst, dann gib diese Liebe auch an andere weiter!

Der junge Mann lebt in komplizierten Familienverhältnissen. Seine Mutter ist sehr jung schwanger geworden. Sie lebt mit einem älteren Mann zusammen, der nur dem Namen nach sein Vater ist. Und er selbst hat sich gegen die Ehe entschieden. Er lebt in einer Gemeinschaft von Freunden, die ihm zur Familie geworden sind. Mit denen er so umgeht, wie er es von seinem Vater gelernt hat.

Was ist eigentlich eine Familie? Über diese Frage ist in der evangelischen Kirche ein Streit entbrannt. Sollen Christen die vielfältigen Formen stärker würdigen, in denen Menschen heute zusammenleben? So fordert es eine im Juni erschienene Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland. Oder wird dann die einmalige Bedeutung der Ehe herabgesetzt? Die Kritiker der Orientierungshilfe beklagen das – zum Teil mit großer Heftigkeit.

Wie ist das eigentlich mit der Ehe? Sie war im Christentum nie die einzige maßgebliche Lebensform. Weil es in der großen Gemeinschaft auch andere Beziehungen gibt, die an die Stelle der Ehe treten können. Der Dienst an hilfsbedürftigen Menschen zum Beispiel. Oder ein gemeinsames Leben mit Gleichgesinnten, in einem Orden oder einer Kommunität.

Andererseits: Wenn ein Paar sein Leben miteinander führen will, dann liegt darauf ein spezifischer Segen. Denn Gott möchte, dass Menschen liebevoll und verlässlich miteinander umgehen. Gottes Liebe ist Ursprung und Vorbild jeder gelingenden Beziehung. Deshalb ist die uralte Einrichtung der Ehe auch heute eine großartige Verwirklichung von Gottes Liebesgebot.

Und die Familie? Ich versuche, Familie von dem jungen Mann her zu verstehen. Er hat nicht die Ehe in den Mittelpunkt gestellt. Sondern die elterliche Liebe. Und das, obwohl die Beziehung zu seinen Eltern so kompliziert war. Der Mann ist Jesus von Nazareth, dessen Geburtstag sich bald wieder jährt.

Jesus und Gott haben eine Beziehung wie Sohn und Vater. In diese Familienbeziehung hat Jesus seine Freunde und Freundinnen mit hineingenommen. Auch sie durften zu Gott ,Vater‘ sagen, so wie er das tat. Dadurch wurde eine Gemeinschaft begründet, die über jeden menschlichen Familienverband hinausweist: die Gemeinde aller Christinnen und Christen. Von dieser Erfahrung her sollen Christen auch ihre familiären Beziehungen gestalten: ob Klein- oder Großfamilie, ob Patchwork oder alleinerziehend, ob gleich- oder andersgeschlechtlich. Die Liebe ist der Maßstab für jede Beziehung.

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