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Kirche in WDR 2 | 02.12.2013 | 05:55 Uhr

Aus Gestein und Wüstensand

„Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen.“ Vor genau einem Jahr habe ich diese Liedzeile am Radio aufgeschnappt. Und sie geht mir seitdem nicht mehr aus dem Sinn. Ein Jahr mit Endlosschleife eines Adventsliedes liegt hinter mir – wenn man so will.

Anfangs habe ich mich gefragt: Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen? Na, schön wärs! Wie soll so was denn gehen? Wüste ist Wüste. Und da gibt’s außer wenigen Oasen ansonsten nur Dürre; sengende Sonne. Vielleicht noch Skelette von verdursteten Großtieren. Von frischem Wasser jedenfalls keine Spur!

Inzwischen höre ich die Worte anders. Fast wie eine Kraftquelle kommen sie mir vor: „Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen“. Und dieses neue Verständnis liegt an meiner Begegnung mit Erkki. Er kommt aus Namibia, einem Land in Afrika mit vielfältigen Wüstenlandschaften.

Erkki hat mir einige seiner selbst fotografierten Bilder von ganz unterschiedlichen Wüsten gezeigt: „Das sind Orte voller Leben“, sagt er immer wieder. Ein Foto zeigt einen Beduinen im weißen Gewand mit einer turbanartigen Kopfbedeckung und Sandalen an den Füßen inmitten einer Steinwüste. Er bückt sich und betastet mit Hingabe üppig-grüne kleine Pflanzen mit rosa-roten und weißen Blüten. Er beugt sich so tief zur Erde, als ob er den Duft dieser Wüstenpflanzen gar nicht konzentriert genug einatmen kann.

Ein anderes Foto zeigt den Kopfstandkäfer der namibischen Wüste. Fast unglaublich, dass es solche Tiere gibt: Sie stellen sich auf den Kopf, um die Tröpfchen des vom Atlantik heranwallenden Nebels zu fangen.

Auch wenn ich selber kein Kopfstandkäfer der Wüste bin: Von dem kann ich was lernen: die Antennen auf zu halten, die Sinne zu schärfen. Egal – um im Bild zu sprechen – wie sandig oder monoton die eigene Umgebung oder die persönliche Lebenssituation auch sein mag. Erst im Schauen, Riechen, Schmecken, Hören und Tasten gelingt mir der Zugang zu den eigenen wie den fremden Quellen, die mich wieder aufleben lassen. Ressourcenorientierung würden die Ökonomen dazu sagen. Ich sage: ein vitaler Lebenssinn.

Und wenn man dann richtig hinhört, hinfühlt, – ja hinliebt: dann ahnt man vielleicht etwas davon: „Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen“. Probieren Sie das doch mal! Wenn auch nicht unbedingt wie der Kopfstandkäfer, dann aber doch mit aller Offenheit für die wunderbaren und überraschenden Seiten des Lebens. Und dann schauen wir mal, welche Quellen da auf einmal aufbrechen können.

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