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Hörmal | 26.12.2015 | 07:45 Uhr

Menschen auf der Flucht

Dieses Weihnachten ist anders. Menschen sind auf der Flucht. Millionen verlassen ihre Heimat, um in einem fremden Land eine Zukunft zu finden. Die Gründe sind vielfältig. Niemand verlässt gerne seine Heimat. Da muss schon mehr zusammenkommen, als nur die Hoffnung, woanders etwas mehr Geld verdienen zu können. Millionen fliehen vor Bürgerkriegen und Terror. Sie wollen einfach nur ohne Angst leben.

In Syrien haben die Menschen Angst davor, dass der Herrscher das Leben seiner Bürger bedroht. Das ist nicht erst heute so. Vor 2000 Jahren gehörte der Landstrich, in dem die Stadt Bethlehem lag, zur römischen Provinz Syrien. Die Weihnachtsgeschichte berichtet, dass damals ein Mann namens Quirinius der Vertreter des Römischen Kaisers in Syrien war. Die Römer hielten es darüber hinaus für eine gute Idee, einen einheimischen König einzusetzen.

Dieser König hieß Herodes und fühlte sich bald durch die Geburt eines Kindes bedroht. Die drei Weisen aus dem Morgenland sahen in diesem Kind einen neuen König. Einen, der Liebe zu seinem Volk hat. Solche Erwartungen waren gefährlich. Sie konnten das Volk schon jetzt aufwiegeln gegen die Römer – und gegen ihn, Herodes. Also wollte er alle kleinen Kinder töten lassen, damit dieses eine Kind ihm nicht gefährlich werden konnte. Ein Genozid, Völkermord am eigenen Volk.

Die Eltern des Kindes erfuhren von diesem grausamen Plan und sie sahen für ihre junge Familie nur eine Möglichkeit: die Flucht! Doch wohin? Die Macht des römischen Reiches erstreckte sich über die ganze damals bekannte Welt. Sie hofften, dass es ein regionaler Konflikt blieb. So hatten sie vielleicht in anderen Provinzen des Großreiches eine Chance. Josef, Maria und das neugeborene Kind flohen nach Ägypten. Mit den damaligen Verkehrsmitteln waren sie wohl wochenlang unterwegs. Von Ägypten hatten sie nichts Gutes gehört. Im Gegenteil: Von Kindheit an hörten sie, dass ihre Vorfahren damals in Ägypten ausgebeutet wurden. Sie waren Sklaven. Als sie fliehen wollten, hatte man versucht, sie gewaltsam daran zu hindern. Doch was blieb den Eltern jetzt anders übrig? Sie wollten das Leben ihres Kindes nicht aufs Spiel setzen. Die Flucht war ihre einzige Hoffnung. In Ägypten angekommen waren ihre Gedanken auf die Heimat gerichtet. Die Nachrichten von Zuhause ließen sie hoffen und wieder bangen. Der Kindermörder war bald nicht mehr an der Macht, das war die gute Nachricht. Doch seinem Nachfolger konnte man nicht trauen, denn das war der Sohn des mordenden Königs. Dorthin, wo sie hergekommen waren, konnten sie nicht mehr zurück. Sie mussten woanders neu beginnen. Wer weiß, ob die Herrscher dort besser waren? Als sie zurückkehrten, hofften sie nur, dass das die relativ beste Möglichkeit von allen war. Oder die am wenigsten schlechte. Denn gut war es nirgendwo.

Niemand verlässt gerne seine Heimat. Und niemand kann die Angst eines Flüchtenden nachvollziehen, der nicht selbst einmal Angst um das Leben seiner Familie gehabt hat.

Viele Menschen bei uns haben zur Zeit Sorge, weil so viele Menschen aus einem anderen Kulturkreis zu uns kommen. Plötzlich reden manche von unserer christlichen Identität. Doch es ist eine Geschichte von Angst und Hoffnung, von Flucht und Errettung, die am Anfang steht und unser Christsein prägt. Und für Maria und Josef war es auch immer eine Geschichte vom Vertrauen auf Gott. Auch wir können vertrauen auf die Kraft und die Möglichkeiten, die Gott uns schenkt. Mit Gottes Hilfe sollten wir weiterhin sagen: "Wir schaffen das!"

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