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Kirche in WDR 2 | 28.01.2017 | 05:55 Uhr

Mein Blind Date mit dem Leben

Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass Du an einer beidseitig angeborenen Augenerkrankung leidest. Leider hat dies dazu geführt, dass es bei Dir durch Komplikationen zu einer Netzhautablösung in sehr kurzer Zeit gekommen ist. Zudem ist Dein Sehnerv defekt und leitet kaum noch Impulse weiter.

Für Sali bricht eine Welt zusammen. So gut wie blind! Aber der Abiturient lässt sich seinen Traum nicht verbieten. Unbedingt will er eine Ausbildung im Hotel machen. Sehkraft hin oder her.

Du bewirbst Dich bei einem 5-Sterne-Hotel in München? Und Du willst es verschweigen? - Ja! Geht ja nicht anders! Ich will das Leben führen, das ich führen will! Ohne dass mir jemand sagt: Das geht nicht! Das darfst Du mit Deiner Behinderung nicht machen!

Sali - gespielt von Kostja Ullmann - ist die Hauptperson im Film “Mein Blind Date mit dem Leben”. Seit Donnerstag läuft der Film im Kino - nach einer wahren Begebenheit, wie es ausdrücklich heißt.

Sali bekommt den Job im Bayerischen Hof in München, weil er sich akribisch aufs Bewerbungsgespräch vorbereitet - inklusive Augenkontakt und Händeschütteln - obwohl er sein Gegenüber nur verschwommen sieht. Seine Behinderung will er nicht akzeptieren als Einschränkung. Sie spornt ihn eher an, noch mehr zu leisten

Denn mit Ausbildungs-Beginn fangen die Probleme erst richtig an: die ständige Angst, aufzufliegen, das penible Üben einfachster Handgriffe, die Schikanen, weil er einfach nicht sieht, ob er die Gläser sauber poliert hat oder nicht. Und manch komische Situation, etwa beim Frühstücksservice:

Hier, Frühstück ist da! - Stellen Sies ans Fenster bitte! - Sehr gerne! Doch die Dame will mehr als nur frühstücken! Sie lässt ihren Morgenmantel fallen und macht Sali nackt Avancen. Aber er sieht natürlich nichts. Lassen Sie mich wissen, wenn sie noch etwas brauchen!

Und natürlich: Ganz verheimlichen lässt es sich nicht, dass Sali kaum was sieht. Sein Kollege Max kommt ihm beim Spiegel-Putzen auf die Schliche.

Ich wusste, dass irgendwas mit Dir nicht stimmt! - Netzhautablösung! Ich seh’ nur 5 % von dem, was Du siehst! Quasi nichts! - Und Du hast ihr nichts gesagt? - Hättest Du mich genommen, wenn ich’s gesagt hätte? - Nö! - Siehste! Also verrat’s keinem! - Alter, ich weiß, Du kannst es nicht! Aber: Du solltest dich jetzt mal sehen! Natürlich sag ich’s Niemandem. Bin ja kein Arsch!

Ich bin hin- und hergerissen: Da ist Salis enorme Leistungsbereitschaft, der Aufwand, mit dem er jede mögliche Situation plant und durchspielt und ständig improvisiert. Und auf der anderen Seite ist der Druck, nicht aufzufallen, eine Lüge an die andere zu reihen, um nicht rauszufliegen.

Es ist die Komik und die Tragik, die Regisseur Marc Rothemund unter einen Hut bringt.

Aber am Ende bleibt die Frage: Lohnt das Ganze? Ist es das wert? Die Kraftanstrengung, die kleinen und großen Lügen? Was ist der Preis?

Wieweit muss ich mich verbiegen, um meine Träume zu verfolgen

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