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evangelisch

Hörmal | 28.10.2018 | 07:45 Uhr

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„Ich bin niemand, der viel auf dem Sofa sitzt!“

Autorin: 80 Jahre ein fast biblisches Alter. Eins, in dem viele sich längst ins Privatleben zurückgezogen haben: Fernsehen, Familie und Freizeit genießen. Undenkbar für Ute Tolksdorf:

O-Ton: „Ich bin kein Mensch, der zu Hause nur auf dem Sofa sitzt, im Gegenteil!

Autorin: Sagt die Essener Innenarchitektin, die so zeitlos jung und voller Energie ist. Aber über sich da redet sie nicht so gerne, viel lieber über all die Menschen, die ihr in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen sind. Der junge syrische Flüchtling zum Beispiel, den sie kurzerhand als Untermieter bei sich zu Hause aufgenommen hat: Und dann hat sie eine Wohnung für ihn gesucht:

O-Ton: Und die hab ich innerhalb von 14 Tagen gefunden, in Rüttenscheid, eine traumhaft schöne Wohnung mit Leuten, die gesagt haben: Auch wir möchten mal etwas Gutes tun! und haben ihm die Wohnung gegeben, die hatten sehr viele Bewerber. Und in der Wohnung ist er heute noch.

Autorin: Mit fast mütterlichem Stolz erzählt sie, dass der junge Syrer gerade seine Zwischenprüfung zum Krankenpfleger mit „sehr gut“ bestanden hat. Ansonsten kümmert sie sich gerade um vier Brüder aus Afghanistan. Auch die hat Ute Tolksdorf in ihrer evangelischen Kirchengemeinde kennengelernt hat. Fluchtgeschichten wie aus einem düsteren Roman:

O-Ton: Die hatten einen Laptop mit ’ner christlichen Botschaft und die Taliban sind gekommen, haben ihnen den Laptop abgenommen, und nach zwei Tagen sollten sie ihn sich wieder abholen. Und da war ihr Cousin dabei der gesagt hat: „Ich hol’ den.“ Und dann ist der sofort getötet worden. Und die anderen beiden sind sofort geflüchtet. Von heut auf morgen aus Afghanistan geflüchtet!

Autorin: Begleitung zu Ämtern, Formulare ausfüllen, Jobs suchen, das ist das Eine. Aber oft hört Ute Tolksdorf einfach nur lange und liebevoll zu. Sie nimmt Menschen so an wie sie sich selbst von Gott angenommen fühlt. Während der langen Krankheit ihres Mannes war das so. Oder auch früher, im Krieg, als sie Flüchtlingskind war. Was sie bis heute motiviert, ist ihr Konfirmationsspruch:

Ton: Das eigentliche Motiv ist, und das hat sich durch mein ganzes Leben gezogen, ist mein Konfirmationsspruch. „Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Ich gebe die Liebe, ich handle, und ich erfahre auch sehr viel Liebe, und sehr viel Schönes und Gutes und Freude.

Autorin: Auch wenn Ute Tolksdorf manchen unschönen Marathon mit Ämtern erlebt hat oder geplatzte Absprachen und Termine mit ihren Schützlingen. Davon lässt sie sich nicht beirren. Mit 80 aufhören? Kommt gar nicht in Frage, meint sie:

O-Ton: Das sind so die Dinge, die Dankbarkeit und die Liebe, das sind so die Begriffe, die mein Leben prägen. Und das wird sich auch nicht ändern, so lange ich noch kann. Und – ich bin ein glücklicher Mensch.

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